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Islamfeindliche Parole auf einem Minarett der Ditib-Moschee in Schwäbisch Gmünd. Bundesinnenminister Seehofer betont, dass man islamfeindlichen Straftaten und Angriffen auf Moscheen "entschieden und mit aller Härte des Rechtsstaats" entgegentreten werde. 

"Rechtsextremismus global vernetzt"

Islamfeindliches Klima? Seehofer beschwichtigt - Experte warnt vor "lebenden Zeitbomben"

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Wie hoch ist hierzulande die Wahrscheinlichkeit eines fremdenfeindlichen Attentates wie in Neuseeland? Horst Seehofer nimmt Stellung - ein Experte sieht die Lage wesentlich dramatischer .

Berlin - Nach dem Attentat von Neuseeland mit 50 Todesopfern stellt sich die Frage, wie hoch die Gefahr ist, dass solch eine grauenvolle Tat auch in Deutschland geschieht. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht hierzulande kein islamfeindliches Klima, wie er der Bild erklärte. 

Nach dem rassistisch motivierten Massaker an Muslimen in Neuseeland sagte der 69-Jährige auf die Frage, ob ein solches Klima in Deutschland herrsche: "Nein. Der Großteil der Menschen lebt friedlich miteinander. Davon bringen uns auch gewaltbereite Extremisten nicht ab." Der Bundesregierung sei die freie Religionsausübung ein Kernanliegen. "Islamfeindliche Straftaten und Angriffe auf Moscheen gilt es entschieden und mit aller Härte des Rechtsstaats entgegenzutreten", sagte Seehofer.

Attentat in Christchurch: "Der Rechtsextremismus ist global vernetzt"

In einem Interview im Deutschlandfunk zeichnet ein Experte ein etwas anderes Bild von der Situation in Deutschland. Dort spricht Matthias Quent, Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena, über die organisierten Strukturen der Fremdenfeindlichkeit: "Der Rechtsextremismus ist global vernetzt, in Nordamerika, Europa, Australien, Neuseeland, weit darüber hinaus, und zwar in zwei Ebenen. Das eine ist die rechtsradikale, rassistische Ideologie. Das ist auch nichts Neues. Ähnliche Thesen über den sogenannten Rassenselbstmord, wie sie auch der Täter in Christchurch vertreten hat, gab es schon Anfang des letzten Jahrhunderts in den USA, in Deutschland, überall", sagt Quent. 

Trauer in Neuseeland nach dem Attentat mit fremdenfeindlichem Motiv, bei dem es mindestens 50 Todesopfer gab.

Doch es gebe noch eine zweite Ebene, welche der Digitalisierung geschuldet ist. "Die zweite Ebene ist die Vernetzung untereinander. Die Vernetzung ist auf der politischen Ebene, Parteien, Bewegungen sehr hoch, aber insbesondere über soziale Netzwerke, über Spielkanäle, Steam Channel und verschiedene rechtsradikale Foren auch auf der individuellen und strukturellen Ebene sehr weit vorangeschritten", sagt Quent, der im Gegensatz zu Seehofer Gräueltaten wie in Christchurch auch in Deutschland nicht ausschließen würde: "In sozialer Interaktion werden Personen radikalisiert und zu einem Punkt gebracht, auch ermutigt, wo sie ihre Ideen, ihre Grausamkeit dann auch wirklich in Handlungen umsetzen", sagte er. "Wir haben es beim NSU gesehen, wir haben es in München gesehen und jetzt auch in Neuseeland, dass es im Grunde ein Potenzial von lebenden Zeitbomben gibt."

In der neuseeländischen Stadt Christchurch hatte ein Attentäter am vergangenen Freitag in zwei Moscheen mindestens 50 Menschen erschossen, außerdem gab es viele weitere Verletzte. Unmittelbar zuvor hatte der mutmaßliche Täter, bei dem es sich um einen 28-jährigen Australier handelt, eine Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet gestellt und auch per E-Mail verschickt.

pf mit dpa/AFP

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