+
Der Wechsel von CSU-Chef Horst Seehofer als Bundesinnenminister nach Berlin steht fest. Foto: Kay Nietfeld

CSU-Schlappe bei Wahlen

Seehofer klagt: "Ich wurde ordentlich demontiert"

Der scheidende bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zeigt sich nach dem Machtkampf in der CSU enttäuscht von seinen Parteifreunden. In der Politik gebe es keine Dankbarkeit, klagt er.

München (dpa) - CSU-Chef Horst Seehofer sieht sich seit dem schlechten CSU-Ergebnis bei der Bundestagswahl "etlichen Bösartigkeiten" ausgesetzt.

"Ich bin ordentlich von Parteifreunden demontiert worden, lebe aber trotzdem noch und hab keine Neigung, da zurückzuschlagen", sagte der scheidende bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung. In der Politik gebe es keine Dankbarkeit. "Sie können eine Partei retten, Sie können sie nach oben führen, aber Sie werden nicht erleben, dass letzten Endes dafür Dankbarkeit herrscht."

Nach massivem Druck aus der Partei hatte sich Seehofer im Dezember bereiterklärt, das Amt des Ministerpräsidenten spätestens bis Ende März an seinen Erzrivalen Markus Söder abzugeben. Der 68-Jährige will nun als Innen- und Heimatminister nach Berlin wechseln, wenn die SPD-Mitglieder einer Neuauflage der großen Koalition zustimmen.

Laut "Spiegel" muss Seehofer als Heimatminister allerdings auf zusätzliche Kompetenzen aus dem Agrarministerium verzichten. Bei dem Spitzentreffen am Donnerstag habe es Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgelehnt, die entsprechende Abteilung aus dem Agrarressort herauszulösen und dem neuen Ministerium für Inneres, Bauen und Heimat zuzuschlagen, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Stattdessen soll Seehofer von Merkel die Zusage bekommen haben, dass die CSU den Posten eines Staatsministers für Digitales im Kanzleramt besetzen dürfe. Als mögliche Kandidatin gilt laut "Spiegel" die stellvertretende CSU-Chefin Dorothee Bär.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

AfD-Kandidat sprach von „Negern“ und kassierte Abmahnung - nun zieht er in den Landtag ein
Dass ein AfD-Politiker aus Rosenheim auf der Bühne von „Negern“ spricht und auch Albaner pauschal als Diebe hinstellt, sorgte überregional für Empörung. Nun wird er im …
AfD-Kandidat sprach von „Negern“ und kassierte Abmahnung - nun zieht er in den Landtag ein
Wer sitzt denn nun im Landtag? Computerprobleme der Stadt München führen angeblich zu Verzögerung
Nach der Landtagswahl wartete ganz Bayern auf die Nachricht, wer von den Kandidaten im neuen Landtag sitzen wird. Angeblich sollte das mit dem Endergebnis aber noch …
Wer sitzt denn nun im Landtag? Computerprobleme der Stadt München führen angeblich zu Verzögerung
Ärger in CSU-Landesgruppe über Dobrindt
Es sind die Tage der Krisenbewältigung in der CSU. Auch in der Landesgruppe wird am Dienstag hart diskutiert. Zielscheibe ist jedoch nicht nur Horst Seehofer, sondern …
Ärger in CSU-Landesgruppe über Dobrindt
Diese Kandidaten ziehen in den Landtag ein - CSU-Größe verpasst den Sprung 
Am Tag nach der Landtagswahl in Bayern sind die Machtoptionen klar. Zwischen CSU und Freien Wählern könnte es schnell zum Deal kommen. Oder haben die Grünen doch noch …
Diese Kandidaten ziehen in den Landtag ein - CSU-Größe verpasst den Sprung 

Kommentare