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Bayerns düstere Zukunft: Seehofer lässt Studie zerpflücken

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München – Die CSU will die McKinsey-Studie über Bayerns angeblich düstere Zukunft nicht auf sich sitzen lassen. Darum hat Ministerpräsident Horst Seehofer die Angelegenheit zur Chefsache gemacht.

Heute im Kabinett will Ministerpräsident Horst Seehofer die Studie inhaltlich zerpflücken lassen, sich später im Landtag rechtfertigen. Gestern in der CSU-Spitze ließ er schon mal den Ärger über die Unternehmensberater raus. „Er hat diese Typen gefressen“, hieß es hinterher aus dem Parteivorstand.

Die Studie „Bayern 2025“ war vor zwei Wochen ohne Auftrag der CSU von McKinsey an die Medien gegeben worden und hatte für ein bisschen Aufregung gesorgt. Tenor: Die klassischen Wirtschaftskennzahlen – etwa Export oder Arbeitslosenquote – täuschen darüber hinweg, dass Bayern nicht zukunftsfähig genug aufgestellt sei. In einigen Bereichen, etwa bei den Gründern und in sozialen Fragen, sei der Freistaat nur Mittelmaß.

Für die Erfolgsrhetorik-verwöhnte CSU war das eine Ohrfeige. Für die Opposition hingegen eine Steilvorlage: Eine „Mischung aus Selbstgefälligkeit, Mutlosigkeit und Ideenlosigkeit“, wirft die Grünen-Fraktionsvorsitzende Margarete Bause der CSU vor. Heute Nachmittag machen die Grünen das sogar zum Thema einer einstündigen Debatte im Landtag.

Die CSU will sich dagegen rüsten, indem das Wirtschaftsministerium in internen Vermerken die Glaubwürdigkeit der Studie angreift. Sie sei konzeptionell schwach und widerspreche anderen Untersuchungen etwa der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, steht in den Unterlagen, die auch die heutige Kabinettssitzung vorbereiten. Wo Handlungsfelder aufgezeigt würden, etwa die Digitalisierung, habe man das längst selbst erkannt.

Rubriklistenbild: © dpa

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