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CSU-Chef  Horst Seehofer und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.

Nach Gabriel-Interview

Seehofer wütend über ZDF

München - Die neuen Koalitionspartner verteidigen sich gleich gegenseitig. CSU-Chef Horst Seehofer hat gestern unaufgefordert einen Beschwerdebrief ans ZDF  geschickt.

Er beklagt sich über den kernigen Umgang des Senders mit SPD-Chef Sigmar Gabriel.

"Da kann man sich nur wundern, wenn man das hört", klagte Seehofer am Freitagnachmittag vor Journalisten in München. Das Vorgehen des ZDF habe "mit Qualität nichts mehr zu tun. Da wird der Gabriel dargestellt wie ein Schulbub."

Im "Heute Journal" hatte sich Moderatorin Marietta Slomka ein ungewöhnliches Wortgefecht mit Gabriel geliefert. Sie sprach kritisch die Problematik an, dass einige hunderttausend SPD-Mitglieder nun allein entscheiden könnten, ob eine Große Koalition zustande komme.

"Der mildeste Ausdruck ist: Kopfschütteln", sagte Seehofer darüber erkennbar verärgert. Er sitze in den ZDF-Gremien und habe darüber seinen Unmut kund tun wollen. Seehofer hält den Mitgliederentscheid der SPD für gerechtfertigt und angemessen.

Hier können Sie das kontroverse Gabriel-Interview durch Marietta Slomka in der ZDF-Mediathek noch sehen

Der neue Ärger zwischen Sender und Regierungschef reiht sich nahtlos ein in eine lange Kette von Ärgernissen. Für bundesweites Aufsehen hatte 2011 ein Anruf eines Seehofer-Sprechers beim ZDF gesorgt, der als Versuch interpretiert wurde, Berichterstattung über einen SPD-Landesparteitag zu verhindern. Nun schreibt Seehofer also Briefe, damit der SPD-Chef in Interviews nicht so unfreundlich angegangen wird.

cd

Das sagt die Presse zum Koalitionsvertrag

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