Erdogan erleidet Schwächeanfall bei Gebet

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Insolvenz

Seehofer sagt Weltbild Unterstützung zu

Augsburg – Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will sich direkt in die Rettung der insolventen Verlagsgruppe Weltbild einschalten.

„Weltbild ist ein zukunftsfähiges Konzept, das unsere Unterstützung verdient“, sagte er bei einem Treffen mit Betriebsräten am Rande der DGB-Bezirkskonferenz am Wochenende in Augsburg. Ziel sei es, den Verlag als Ganzes zu erhalten und den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten. Laut Timm Boßmann, Verdi-Betriebsgruppensprecher bei Weltbild, schloss Seehofer auch finanzielle Hilfen nicht mehr aus. Eine Kehrtwende: Denn bisher hatte die Staatsregierung Hilfen aus bayerischen Steuermitteln ganz klar ausgeschlossen.

Dabei wird die Weltbild-Rettung offenbar ein Kampf gegen die Uhr. Seehofer fürchtet, dass die übliche Drei-Monats-Frist für das Insolvenzgeld an die Mitarbeiter nicht ausreichen wird. Man brauche „mehr Zeit“. Auch die Betriebsräte glauben, dass drei Monate nicht genügen. „Wir müssen Zeit gewinnen, um Investoren zu suchen“, sagt Boßmann. Vor allem die Kontaktaufnahme zu ausländischen Investoren durch Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz dauert an. Folgetermine mit der Staatsregierung, um Möglichkeiten einer Fristverlängerung auszuloten, sind bereits geplant. Man wolle innerhalb von zwei Wochen einen Weltbild-Gipfel in Augsburg mit der Staatsregierung organisieren, bestätigte ein Sprecher Seehofers.

Boßmann appellierte auch an Kunden, Weltbild zu unterstützen. Allein am Stammsitz in Augsburg sind 2000 Arbeitsplätze von der Insolvenz bedroht. „Wenn kein Umsatz kommt, finden wir auch keinen Investor“, so Boßmann. „Es wäre besser, wenn Kundengelder an Weltbild gehen und nicht Staatsgelder.“

Die kirchlichen Eigentümern haben Weltbild bereits 65 Millionen Euro Liquiditätshilfe zugesagt. Am vergangenen Donnerstag hat das Bistum Augsburg 15 Millionen Euro überwiesen. Mit dem Massekredit kann die Verlagsgruppe ihre Geschäfte vorläufig weiterführen und Lieferanten bezahlen.  

cd/mad

Rubriklistenbild: © dpa

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