"Fehlender Respekt vor den Wählern"

Seehofer stichelt erneut gegen Merkel

München – Die Stimmung in der Union bleibt explosiv: CSU-Chef Horst Seehofer wirft Kanzlerin Angela Merkel wegen des Festhaltens an ihrem Flüchtlingskurs nach den CDU-Einbußen bei den jüngsten Wahlen mangelnden Respekt vor den Wählern vor.

„In solchen Situationen ist man gut beraten, den Menschen demütig gegenüber zu treten – statt einen Tag nach so einer Wahlschlappe den Menschen zu erklären: Ihr habt bloß unsere Politik nicht verstanden, deshalb machen wir weiter wie gehabt“, sagte Seehofer der „Passauer Neuen Presse“. Das sei „keine respektvolle Haltung gegenüber dem Wähler“. Seehofer wollte auch ein bundesweites Antreten der CSU nicht ausschließen. Strategie bleibe zwar, in die CDU hineinzuwirken. „Aber niemand kann Ewigkeitsgarantien abgeben.“

In Bayern findet der CSU-Kurs Zustimmung, kann aber ein Erstarken der AfD nicht verhindern. Nach einer repräsentativen Sat.1-Umfrage würde die CSU mit 48 Prozent die absolute Mehrheit im Landtag behalten, obwohl die AfD auf neun Prozent kommt. Die SPD erreicht demzufolge 16 Prozent, die Grünen 11 sowie Freie Wähler und FDP jeweils 5 Prozent. Der Erhebung zufolge hat die AfD in Bayern ein Wählerpotenzial von bis zu 26 Prozent. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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