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Fix! Seehofer-Tochter Susanne gewinnt Kampfabstimmung – und will für die FDP in den Landtag

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Von: Florian Naumann, Christian Deutschländer

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Susanne Seehofer (31) beim Interview in München-Mitte: „Dann ziehst Du das jetzt durch“, sagte ihr Vater.
Susanne Seehofer (31) beim Interview in München-Mitte: „Dann ziehst Du das jetzt durch“, sagte ihr Vater. © Markus Götzfried

Die FDP in Bayern hat eine prominente Direktkandidatin für die Landtagswahl gekürt: Susanne Seehofer tritt in München an.

München – Nun ist es offiziell: Susanne Seehofer, Tochter von Ex-CSU-Chef Horst Seehofer, will für die FDP 2023 in den Bayerischen Landtag einziehen. Sie wird für die Liberalen ins Rennen um einen Sitz im Maximilianeum gehen.

In einer parteiinternen Kampfabstimmung um die Direktkandidatur im Stimmkreis München-Mitte setzte sich Seehofer am Sonntagabend (25. September) gegen drei Gegenkandidaten durch – und das überraschend klar. Von den 56 Delegiertenstimmen holte Seehofer 36, eine Stichwahl war dann nicht mehr nötig. Sie gelobte, auch als noch neues Parteimitglied einen Wahlkampf zu führen, „wie ihr ihn hier noch nie gesehen habt“.

Die junge Mutter, im Hauptberuf Referentin bei BMW, sympathisiert schon länger mit den Liberalen, ist aber erst vor anderthalb Jahren eingetreten. In ihrer Bewerbungsrede grenzte sie sich klar und scharf von der CSU ab. Denen und den Freien Wählern „dürfen wir Bayern nicht überlassen“, sagte sie und kritisierte den „Populismus“ der Söder-CSU. Seehofer punktete mit dem Verweis auf ihren Namen: Ja, der sei nicht ihr Verdienst, aber sie wolle ihn nutzen, um mediale Aufmerksamkeit auf die FDP und Inhalte zu lenken. Erster Beleg: Der Saal in München war brechend voll, die Organisatoren hatten falsch kalkuliert und wurden überrannt vom Interesse von rund 100 Parteimitgliedern, Neugierigen und Journalisten.

Seehofers Tochter Susanne kandidiert für FDP – CSU nicht „weltoffen“ genug

Seehofer ist bereits stellvertretende Vorsitzende der FDP München. „Ich habe meine politische Heimat bei der FDP gefunden – beginnend beim urbayerischen und urliberalen Prinzip ‚Leben und leben lassen‘“, erklärte die Tochter des früheren Ministerpräsidenten dem Münchner Merkur zuletzt in einem Interview. „Die CSU ist mir nicht weltoffen genug“, fügte sie hinzu.

Bei den Liberalen herrscht offenbar Freude über die Entscheidung: FDP-Landeschef Martin Hagen äußerte sich zufrieden. Er hatte sich nicht offen für oder gegen die Neu-Kandidatin ausgesprochen, seine Gegenwart bei der Aufstellungsversammlung war dann aber doch ein Zeichen für Seehofer. Auch der frühere Staatsminister Wolfgang Heubisch twitterte: „Toll! Gratulation! Ich freue mich.“

Es ist in der jüngeren Vergangenheit nicht das erste Mal, dass es die Tochter eines bekannten CSU-Politikers beziehungsweise einer bekannten CSU-Politikerin zur politischen Konkurrenz zieht. So saß einige Jahre lang Claudia Stamm, Tochter der früheren Landtagspräsidentin Barbara Stamm, für die Grünen – und später die Partei „MUT“ – im Landtag.

Landtagswahl in Bayern: Grüne schicken Hartmann und Schulze als Spitzenkandidaten

Erste Fakten für die Landtagswahl haben auch die bayerischen Grünen geschaffen. Sie treten erneut mit dem Spitzenduo Ludwig Hartmann und Katharina Schulze an. Auf einem Landesparteitag in Landshut bestätigten die Delegierten die beiden Fraktionsvorsitzenden im Landtag am Samstag mit 95,3 Prozent der Stimmen. Sollten die Grünen – entgegen der aktuellen Umfragen – stärkste Kraft werden, könne Schulze allerdings nicht „Landesmutter“ werden. Sie ist bei der Wahl erst 38 Jahre alt, das Mindestalter für das Ministerpräsidentenamt beträgt 40 Jahre.

Just Hartmanns Kandidatur könnte Susanne Seehofer Probleme bereiten. Er tritt ebenfalls in München-Mitte an. Er holte dort 2018 das Direktmandat. Die Grünen liegen in München-Mitte weit vorn.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erteilte unterdessen einer Koalition mit den Grünen in Bayern nach der Landtagswahl erneut eine Absage: Ähnlich hatte er sich schon bei der CSU-Klausur in Kloster Banz geäußert. „Ich will kein Schwarz-Grün in Bayern, und mit mir wird es kein Schwarz-Grün geben“, sagte er am Sonntag bei einer Landesversammlung der Jungen Union in Augsburg. (dpa/fn)

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