+
Bundeskanzlerin Angela Merkel lauscht der Rede des bayerische Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf dem CSU-Parteitag in München. Foto: Matthias Balk

Seehofer verteidigt Umgang mit Merkel auf CSU-Parteitag

Berlin (dpa) - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat seinen vielkritisierten Umgang mit Kanzlerin Angela Merkel auf dem CSU-Parteitag gerechtfertigt.

Er sei von ihrer Botschaft in München enttäuscht gewesen, sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonntag". Die CDU-Vorsitzende habe in ihrer Rede "keinen einzigen Satz" zum Anliegen seiner Partei hervorgebracht, die Zahl der Flüchtlinge mit einer Obergrenze zu senken. Aus Seehofers Sicht gab es am Freitag "kein Zeichen der Verständigung, obwohl sie meine Position kennt".

Im Gespräch mit dem Nachrichtensender n-tv verneinte Seehofer die Frage, ob er angesichts der Kritik an seinem Auftreten im Nachhinein etwas ändern würde. Er könne auch "beim besten Willen nicht auf der Bühne nach ihrer Rede kurz vor Weihnachten ein Märchen der Harmonie und der Konfliktfreiheit praktizieren, das wäre total unehrlich".

Zugleich bemühte er sich darum, den Eindruck eines massiven Konflikts mit der Kanzlerin zu zerstreuen. "Es gibt keinen Bruch zwischen uns", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". "Wir werden trotz mancher unterschiedlicher Position weiter gut zusammenarbeiten."

Auf dem CSU-Parteitag hatte der Dissens zwischen Merkel und Seehofer in der Flüchtlingspolitik zum Eklat geführt. Seehofer widersprach der Kanzlerin nach deren Gastrede auf offener Bühne ausführlich - und ließ sie dabei neben sich stehen und damit schlecht aussehen. In der CDU löste das große Verärgerung aus, auch einige CSU-Parteitagsdelegierte empfanden das als schlechten Stil.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel
Militante Palästinenser feuern 220 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Israel bombardiert Dutzende Hamas-Ziele in dem schmalen Küstenstreifen. Hält eine …
Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel
Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf
Die Regierung in Rom kennt kein Pardon: Wieder lässt sie gerettete Migranten stundenlang im Mittelmeer ausharren. Die Taktik scheint aufzugehen.
Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf
Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas
Donald Trump hat bei seinem Großbritannien-Besuch die Gastgeber irritiert. Bei der Queen patzte er gleich mehrfach. Und dann bezeichnete er auch noch die EU als „Feind“. …
Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas
Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“
US-Präsident Donald Trump hat die EU, Russland und China in einem Interview als "Gegner" bezeichnet.
Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.