Nach Rauswurf

Jetzt will Seehofer Kreuth retten

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Kreuth – Die CSU hat Kreuth noch nicht ganz aufgegeben. Parteichef Horst Seehofer will sich in die Verhandlungen mit dem Vermieter einklinken und vielleicht eine Vermittlung erreichen. Chancen: sehr ungewiss.

„Es ist Sache der Hanns-Seidel-Stiftung“, sagte Seehofer vor Journalisten, er werde aber „auch mal ein Gespräch suchen“. Das Areal, für die Partei wegen der jährlichen Januar-Klausuren im Schnee eine Art Mythos, gehört den Wittelsbachern, Eigentümerin ist Herzogin Helene in Bayern. Sie will die Miete von derzeit 84 000 Euro nach Informationen des Münchner Merkur drastisch erhöhen, das letzte Angebot liegt bei 630 000 Euro pro plus weiterhin den vollen Unterhaltskosten.

Die Stiftung hat in ihrem Vorstand besprochen, sich diese Summe nicht mehr leisten zu können. Offenbar gäbe es da auch Probleme mit der Rechtsaufsicht. In der CSU sorgt der mögliche Verlust von Kreuth für erhebliche Sorgen. Das sei „ein wunderbarer Ort“, sagt Kunstminister Ludwig Spaenle, „ein genius loci“. Er hoffe, dass die richtige Entscheidung getroffen werde. In der Partei gibt es die Sorge, die Eigentümer wollten die christsozialen Mieter loswerden.

Tatsächlich verhandelt die Eigentümerin auch mit anderen möglichen Mietern. Es würden „derzeit mit der Hanns-Seidl-Stiftung sowie einigen sehr ausgewählten Interessenten Gespräche geführt“, teilte ein Sprecher der Herzogin dem Merkur mit. Die Türen sind allerdings nicht zugeschlagen. Die Herzogin erinnert daran, dass der Mietpreis derzeit extrem niedrig ist. Die Stiftung miete das Objekt seit 1974, „die Miete beläuft sich auf deutlich unter einem Euro pro Qudratmeter im Monat“. Man brauche langfristig wieder eine Miete, „die sich näher an den Marktgegebenheiten orientiert“. Der Vertrag laufe Anfang 2016 aus, bestätigten beide Seiten. „Wir verhandeln weiter“, sagte ein Sprecher der Stiftung.

In Kreuth betreibt die parteinahe Stiftung seit Jahrzehnten ihr Bildungszentrum. Auch wenn es in der Öffentlichkeit oft so angenommen wird, gehört Wildbad Kreuth aber weder der Stiftung noch der CSU. Die Herzogin als Eigentümerin wohnt in der Nähe, bleibt aber bei ihren Spaziergängen mit den Hunden auf dem Areal meist unerkannt. „Das ist für mich der schönste Flecken der Welt“, vertraute sie mal einer jungen Journalistin an.

Rubriklistenbild: © dpa

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