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Die Duellanten: Horst Seehofer und Christian Ude.

„Nicht meine erste Podiumsdiskussion“

Seehofer will sich Ude im TV-Duell stellen

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München - Ministerpräsident Horst Seehofer will sich in einem Fernsehduell Christian Ude stellen. Die kleine Parteien müssen draußen bleiben.

Horst Seehofer ist begeistert von seinem Gast. US-Vizepräsident Joe Biden habe das Ruder für seinen Chef herumgerissen, sagt er beim Abendessen anlässlich der Sicherheitskonferenz. Als Barack Obama gerade zu verlieren drohte, habe Biden ein hervorragendes Fernsehduell abgeliefert.

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Das ist längst nicht selbstverständlich. Edmund Stoiber hatte eine Debatte mit seinem damaligen Herausforderer Franz Maget 2003 noch abgelehnt. Es hieß damals, Stoiber wolle Maget durch ein Duell nicht aufwerten. Für Seehofer kein Problem. „Als Kandidaten sind Christian Ude und ich auf Augenhöhe – als Kandidaten“, sagt er. Doch Seehofer formuliert auch eine klare Vorstellung von den Spielregeln: „Ein Duell der beiden Spitzenkandidaten, kompakt in 60 Minuten, zehn Tage vor der Wahl. Was man nicht in einer Stunde sagen kann, das kann man auch nicht in zwei oder drei Duellen sagen.“ Die kleineren Parteien sollen nicht mit dabei sein. Er könne sich aber gut vorstellen, dass deren Vertreter in einer weiteren einstündigen Sendung ohne Seehofer und Ude aufeinandertreffen.

Ob er sich seine Strategie vom US-Gast abschauen wird, der im Gegensatz zum staatsmännischen Obama sehr kämpferisch aufgetreten war, will Seehofer nicht verraten. „Sonst trainieren die ihn“, sagt er mit Blick auf Christian Ude. Er selbst werde jedenfalls nicht für den Auftritt im Fernsehen üben. „Ich präsentiere mich authentisch, wie ich bin“, sagt Seehofer. „Wenn ich einen schlechten Tag haben sollte, werden die Leute sagen: So haben wir ihn auch schon erlebt.“ Vor Udes Rhethorik habe er keine Angst. „Ich bin seit 40 Jahren in der Politik“, sagt Seehofer. „Das wird nicht meine erste Podiumsdiskussion.“

Er halte das Fernsehduell auch nicht für wahlentscheidend. „Wenn wir keine Fehler machen in den nächsten acht Monaten, wird es vor der Wahl auch keine Just-in-Time-Situation geben“, sagte er. „Das sind acht Monate, in denen aus Selbstbewusstsein keine Überheblichkeit werden darf.“

Daran wäre fast Seehofers Gast Joe Biden gescheitert. Er fiel im TV-Duell durch ständiges Lächeln auf – das wirkte überheblich. Er selbst kann sich daran gestern noch gut erinnern und korrigiert Seehofers Einschätzung, dass sein Auftritt Obama gerettet habe. „Was meine Performance im Fernsehen angeht: Ich hätte den Präsidenten fast die Präsidentschaft gekostet“, sagt Biden. „Aber er hat mich trotzdem behalten.“

Philipp Vetter

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