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Im Gespräch mit dem Münchner Merkur: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

Im Interview mit dem Münchner Merkur

Seehofer: "Ich will wieder drei Minister"

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München - Die CSU beansprucht in den Koalitionsverhandlungen drei Ministerposten. Das machte CSU-Chef Horst Seehofer im Interview mit dem Münchner Merkur deutlich.

"Mir ist wichtig, dass die CSU drei Bundesministerien – wie bisher – besetzen kann. Welche, mit welchen Personen, steht ganz am Schluss", sagte CSU-Chef Horst Seehofer dem Münchner Merkur vor dem Start des Parteitags.

"Nur dass Alexander Dobrindt ins Kabinett einziehen soll, habe ich schon klar gesagt. Er hat eine großartige Arbeit gemacht." Ob die bisherigen Minister Hans-Peter Friedrich und Peter Ramsauer gesetzt sind, ließ Seehofer auf Nachfrage offen: "Ich gebe nichts auf „gesetzt“. Mir sind drei Bundesminister wichtig. Die Namen stehen ganz am Schluss."

Auf einen neuen Generalsekretär hat sich Seehofer bereits festgelegt. Er sagte der Zeitung, er werde keinen Landtagsabgeordneten, sondern einen jungen Bundespolitiker berufen. "Ich weiß den Namen, werde ihn aber nicht preisgeben. Ich tendiere zu einer Berliner Lösung. Wir sind in München personell breit aufgestellt mit dem Kabinett und der Landtagsfraktion. Wir brauchen eher in Berlin eine zusätzliche starke Stimme." Als Profil für den neuen General skizzierte Seehofer: "Es muss jemand aus der jungen Generation sein, der hoch engagiert und qualifiziert ist."

Bisher war oft auf eine Berufung des Münchner Landtagsabgeordneten Markus Blume zum CSU-General spekuliert worden. Das hat sich mit Seehofers Ankündigung nun zerschlagen. Als aussichtsreiche junge Kandidaten aus der Berliner Landesgruppe kommen unter anderem die Rosenheimerin Daniela Ludwig und die Franken Stefan Müller und Thomas Silberhorn infrage. Seehofer äußerte sich dazu nicht. Dass es wieder einen stellvertretenden Generalsekretär gibt - bisher: Dorothee Bär - gilt als unwahrscheinlich.

Seehofer warnte davor, die Koalitionsverhandlungen in Berlin als Selbstläufer zu sehen. "Zu den zentralen Aufgaben kommen wir ja erst noch. Deshalb ist mir da aktuell zu viel Schönrednerei im Spiel. Nebensächliches wird voreilig als große Lösung verkündet. Die Wahrheit ist: Uns stehen in den Koalitionsverhandlungen jetzt extrem schwierige Tage und lange Nächte bevor." Seehofer kritisierte die bisherige Arbeit vieler Unterhändler in den Arbeitsgruppen: Es gebe derzeit "noch viel zu hohe Ausgabenwünsche und viel zu lange Papiere". Seehofer: "Da tragen Fachpolitiker alles zusammen, was sie sich in den letzten zehn Jahren so gewünscht haben. Es wird so sein wie immer: Die wichtigen Fragen werden am Ende alle bei uns Parteivorsitzenden landen."

cd

Das vollständige Interview finden Sie am Freitag im Münchner Merkur

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