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Horst Seehofer spricht beim Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung.

Auf Gedenkfeier

Seehofer würdigt Leistung der Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Leistung der Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland bei einer Gedenkfeier für die Opfer von Flucht und Vertreibung gewürdigt. 

Berlin - "Verletzt, vom Hunger gezeichnet und traumatisiert gelangten sie in ein zerstörtes Land. Ja, das größte Trümmerfeld aller Zeiten", sagte Seehofer am Mittwoch in Berlin bei einer Gedenkstunde für die Opfer von Flucht und Vertreibung. "Und dort wurden sie häufig als Fremde und Konkurrenten um Obdach und die knappen Lebensmittel empfunden."

Die Vertriebenen hätten sich aber als "leistungsbereit und leistungsstark" erwiesen. Dadurch sei ihnen sozialer und wirtschaftlicher Aufstieg gelungen, fügte der Minister hinzu. Das westdeutsche Wirtschaftswunder, "es wäre ohne den Einsatz der Vertriebenen nicht möglich gewesen", zeigte sich Seehofer überzeugt. "Ihr Fleiß und ihre Arbeit waren ein wichtiger Bestandteil der Erfolgsgeschichte des 'Made in Germany'."

„Humanität muss am Anfang unseres Denkens stehen“

An der Gedenkveranstaltung nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. In den vergangenen Tagen hatten sich Seehofer und Merkel einen heftigen Streit um die Flüchtlingspolitik geliefert, der noch immer nicht gelöst ist. Die beiden saßen bei der Gedenkveranstaltung nebeneinander.

"Wer das Schicksal der Vertriebenen kennt, der kann auch nachempfinden, was viele Flüchtlinge unserer Tage erlebt haben und leidvoll erfahren", sagte Seehofer. Zwar seien die Vertriebenen und die Flüchtlinge von heute nur schwer vergleichbar. Die Lehren seien jedoch ähnlich, dass Frieden kostbar sei und "Humanität am Anfang unseres Denkens stehen muss".

Lesen Sie auch: Seehofer hätte seinem Gastredner gut zuhören sollen, der als Flüchtling nach Deutschland kam

Eine weitere Erkenntnis sei zudem, "dass wir unsere Orte der Vertrautheit nicht erst als Heimat erkennen und bewahren sollten, wenn sie verloren sind", mahnte Seehofer, der auch Minister für Heimat ist. Beim Erinnern "erkennen wir, was uns wichtig war, was uns wichtig ist und was es heute wert ist, bewahrt und geschützt zu werden". Der CSU-Vorsitzende fügte hinzu: "In diesem Erinnern erkennen wir unser Land und unsere Heimat."

AFP

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