+
Horst Seehofer (l.) kritisierte Markus Söder (r.) öffentlich - und das führte zu Ärger hinter den CSU-Kulissen.

"Nicht gut für unsere Partei"

Seehofers Söder-Schelte sorgt für Zoff in der CSU

München - "Unnötige Hahnenkämpfe": CSU-Chef Horst Seehofer hat sich mit seiner jüngsten Attacke auf Finanzminister Markus Söder Ärger in seiner Partei eingehandelt.

Hinter den Kulissen von Parteivorstand und CSU-Landtagsfraktion rumort es, nachdem Seehofer dem Finanzminister „persönliche und parteipolitische Motive“ für seine Forderungen zur Flüchtlingspolitik vorgeworfen hatte. Sogar Söder eher fern stehende CSU-Politiker halten es nicht für sinnvoll, wenn der Parteichef unmittelbar vor dem Parteitag einen Minister in einer Zeitung öffentlich abkanzelt.

Kritik an Seehofer kam von Alexander König (r).

Offene Kritik an Seehofer kam von dem Hofer Landtagsabgeordneten Alexander König: „Markus Söder spricht aus, was die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung und der CSU-Abgeordneten denkt“, verteidigte der Vorsitzende des Labor-Untersuchungsausschusses im Landtag den Finanzminister. „Das muss niemanden nervös machen und zu unangemessener Kritik veranlassen.“

Nicht die einzige Kritik an Seehofer

Mehrere andere Vorstandsmitglieder äußerten die Einschätzung, dass Seehofer die Attacke besser unterlassen hätte. Von „unnötigen Hahnenkämpfen“ sprach ein Bundestagsabgeordneter. „Es wäre ein Stück klüger gewesen, sich über die Dinge zu erheben“, sagte auch ein prominenter Landespolitiker - und meinte damit, dass Seehofer besser geschwiegen hätte. Ein Landtagsabgeordneter nannte den Konflikt „nicht gut für unsere Partei“.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel
Militante Palästinenser feuern 220 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Israel bombardiert Dutzende Hamas-Ziele in dem schmalen Küstenstreifen. Hält eine …
Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel
Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf
Die Regierung in Rom kennt kein Pardon: Wieder lässt sie gerettete Migranten stundenlang im Mittelmeer ausharren. Die Taktik scheint aufzugehen.
Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf
Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas
Donald Trump hat bei seinem Großbritannien-Besuch die Gastgeber irritiert. Bei der Queen patzte er gleich mehrfach. Und dann bezeichnete er auch noch die EU als „Feind“. …
Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas
Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“
US-Präsident Donald Trump hat die EU, Russland und China in einem Interview als "Gegner" bezeichnet.
Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.