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Video zeigt russisches Atom-U-Boot in der Ostsee: Deutsche „Seekuh“ trifft Putins Marine

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Von: Patrick Freiwah

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Atom-U-Boot der russischen Marine: Die „Vepr“ auf einem Bild im Gewässer westlich vor St. Petersburg
Atom-U-Boot der russischen Marine: Die „Vepr“ auf einem Bild im Gewässer westlich vor St. Petersburg. © SNA/Imago

Russische Atom-U-Boote tummeln sich in der Ostsee, auch in der Nähe von Deutschland. Ein Spezialschiff dokumentiert die außergewöhnliche Begegnung mit der „Vepr“.

Kiel/Moskau - Vor wenigen Tagen erlebte die Besatzung eines deutschen Spezialschiffs für Umweltschutz eine Begegnung der besonderen Art: Der Müllsammler namens „Seekuh“ fand sich plötzlich in unmittelbarer Nähe eines atomaren U-Boot der russischen Marine wieder. Das brisante Aufeinandertreffen mitten im Ukraine-Konflikt hat nördlich der Insel Fehmarn stattgefunden, in der Meeresstraße Großer Belt nahe Dänemark.

Ukraine-Konflikt: Russland schickt erneut Atom-U-Boot in die Ostsee

Bei dem gewaltigen Atom-U-Boot des russischen Militärs handelte es sich um die „Vepr“, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Das Untersee-Boot gehört zur sogenannten „Akula“-Klasse der Nordflotte, einer Reihe für die Sowjetunion entwickelter nuklearer Unterseeboote. Im Netz kursiert eine Videoaufnahme, die an Deck des deutschen Müllsammelschiffs aufgenommen worden zu sein scheint:

Unweigerlich stellt sich die Frage, zu welchem Zweck das russische Atom-U-Boot in der Baltischen See weilte - einer Region, mit der wirtschaftspolitisch „Eiszeit“ herrscht. Bereits wenige Tage zuvor wurde ein weiteres atomares U-Boot in dänischem Hoheitsgewässer gesichtet, die hochmoderne „Severodvinsk“ (wir berichteten).

Russisches Atom-U-Boot in der Ostsee: Das steckt hinter der Ausfahrt der „Vepr“

Worum handelt es sich bei der „Vepr“? Ein Unterseeboot der Putin-Flotte, das 1995 in den Dienst gestellt und im Jahr 2020 umfangreich modernisiert wurde. Das nukleare U-Boot vom Typ K-157 befand sich wie üblich nicht alleine auf der Mission in der Ostsee: Aus Sicherheitsgründen war der Hochseeschlepper „Pamir“ begleitend dabei, auch das Zerstörerschiff „Severomorsk“ durchquerte offenbar die Gewässer. Kürzlich wurde derweil bekannt, dass die russische Marine das größte U-Boot der Welt übernommen hat.

Die Einheiten sind allesamt der russischen Nordflotte unterstellt, am Sonntag (31. Juli) werden sie voraussichtlich in der Heimat an einem für Russland bedeutenden Ereignis teilnehmen - den Feierlichkeiten zum Tag der russischen Marine. Dass ein Atom-U-Boot in der Ostsee zugegen ist, erscheint mittlerweile bereits als Tradition: Denn seit 2017 hat sich derartiges bislang in jedem Jahr zugetragen - so auch diesmal, trotz des angespannten Verhältnisses zwischen Russland und den Nato-Staaten. Laut RND.de verlief die Begegnung zwischen „Seekuh“ und der 73 Mann starken „Vepr“ (bis zu 61 km/h schnell) ohne Zwischenfälle.

Atom-U-Boote aus Russland in der Ostsee: Unter Wasser aufgespürt

Derweil veröffentlichte die britische Marine Informationen darüber, wie die russischen Atom-U-Boote „Vepr“ und „Severodvinsk“ im Gewässer der Nato-Staaten aufgespürt wurden: Die Royal Navy hat eigenen Angaben zufolge das Kriegsgerät geortet, als sich die Unterseeboote noch unter Wasser befanden. Das sei mithilfe des Langstrecken-Aufklärungsflugzeugs P8 Poseidon und der Fregatte „HMS Portland“ geglückt. Nichtsdestotrotz ist die Präsenz der russischen Atom-U-Boote keine Überraschung - die Fahrten waren Wochen zuvor angekündigt.

„Unser Erfolg bei der Operation markiert den Höhepunkt der seit Monaten betriebenen speziellen Ausbildung“, erklärte ein Commander der Royal Navy und bezieht sich damit auf die Unterwasser-Ortung. Beim Auftauchen nahe Bergen (Norwegen) sei das britische Schiff bereits in Bereitschaft versetzt worden. Der Bericht der britischen Marine zeigt auch die massive Präsenz der Nato-Flotten in internationalen Gewässern: Die aufgespürten russischen Nuklear-U-Boote hätten ihre weitere Reise unter Begleitung von Einheiten aus Norwegen, Portugal, Großbritannien, Dänemark sowie Schweden fortgesetzt, heißt es. (PF)

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