Zweifelhafte Videos veröffentlicht

Hetze auf Youtube: Selbsternannter „Volkslehrer“ wird vom Dienst suspendiert

Er bezeichnete sich auf YouTube als „Volkslehrer“, drehte rechtsgerichtete Videos und steht in Verdacht, den Reichsbürgern nahezustehen. Jetzt muss ein Grundschullehrer dafür die Konsequenzen tragen.

Wegen der Veröffentlichung umstrittener Internetvideos hat die Berliner Senatsbildungsverwaltung einem Grundschullehrer fristlos und außerordentlich gekündigt. Das entsprechende Kündigungsschreiben sei dem Pädagogen Ende der Woche zugegangen, hieß es am Montag aus der Regierungsbehörde. Der Mann habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in einer internen Anhörung nicht entkräften können.

Der Lehrer betreibt einen Youtube-Kanal, in dem er sich selbst als „Volkslehrer“ bezeichnet. In seinen Videos besucht er unter anderem Veranstaltungen rechtsgerichteter Gruppierungen. Die Senatsbildungsverwaltung hatte den Lehrer im Januar vom Dienst freigestellt und Anzeige gegen ihn erstattet.

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Nach damaligen Angaben war die Senatsbildungsverwaltung dem Verdacht nachgegangen, der Lehrer habe in Teilen seiner Videos volksverhetzende Aussagen verbreitet und stehe den sogenannten „Reichsbürgern“ nahe. Die Gruppierung erkennt die Bundesrepublik sowie deren Behörden und Gesetze nicht an, sie wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

Aufgrund der Videos bestünden „erhebliche Zweifel an der persönlichen Eignung“ des Lehrers, sagte eine Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung am Montag. Zuvor hatten Medien über die Kündigung berichtet.

In einer E-Mail an seine „Freunde, Unterstützer und Beobachter“ hatte der Lehrer im April mitgeteilt, im Fall einer Kündigung werde er „selbstverständlich öffentlich dagegen vorgehen“. Die Senatsbildungsverwaltung erklärte, der Lehrer habe die Möglichkeit, gegen die Kündigung zu klagen.

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dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Maurizio Gambarini

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