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Ein indonesischer Polizist bewacht den Tatort in Jakarta.

Mehrere Sprengsätze

Islamistischer Terror in Somalia, Kenia und Indonesien - mehrere Tote

Ein belebter Busbahnhof in Indonesien, ein Café in Somalia und eine Straße nahe der Grenze zu Somalia waren am Mittwoch Ziele von islamistischen Anschlägen. Mindestens 18 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Mindestens sechs Tote bei Anschlag auf Café in Mogadischu 

Ein Selbstmordattentäter in einem Auto hat in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Mindestens 12 weitere Menschen seien am Mittwoch bei dem Anschlag auf ein Café nahe des Hafens verletzt worden, sagte der Polizist Ahmed Bashane. Unter den Toten befinden sich demnach auch Sicherheitskräfte. Die Terrormiliz Al-Shabaab nahm den Anschlag für sich in Anspruch. Die Gruppe habe das Café ausgesucht, da es bei somalischen Geheimagenten beliebt sei, teilte sie über den Radiosender Andalus mit.

Al-Shabaab führt immer wieder Angriffe und Anschläge in Somalia aus. Die sunnitischen Extremisten kämpfen seit Jahren um die Vorherrschaft in dem Staat am Horn von Afrika, um dort einen sogenannten Gottesstaat zu errichten.

Zwei Anschläge im Nordosten Kenias - neun Polizisten tot 

Bei einem Anschlag im Nordosten Kenias sind vier Polizisten getötet worden. Die Beamten seien am Mittwochmorgen bei Liboi nahe der Grenze zu Somalia mit einem Fahrzeug über einen Sprengkörper gefahren, sagte ein regionaler Regierungsvertreter, Mohamud Saleh, der Zeitung „Standard“. Ein weiterer Polizist sei verletzt worden. Die kenianische Polizei machte dem Zeitungsbericht zufolge die Terrormiliz Al-Shabaab für den Anschlag verantwortlich.

Bei einem weiteren Explosion nahe der somalischen Grenze am Mittwoch seien fünf Polizisten getötet worden, sagte ein lokaler Regierungsvertreter, Hussein Abdi. Das Sicherheitsteam des Gouverneurs der Region Mandera, Ali Roba, sei nahe Lafey im Nordosten des Landes mit ihren Fahrzeugen über einen Sprengkörper gefahren. Roba befand sich demnach nicht in den Autos.

Im Nordosten Kenias kommt es immer wieder zu Angriffen der Terrororganisation Al-Shabaab. Die kenianische Polizei warnte nach dem Attentat in Manchester vor Nachahmungs-Anschlägen. Die Islamistenmiliz würde zudem vermehrt Kämpfer aus Somalia nach Kenia schicken, um Sprengkörper auf Straßen zu platzieren, die von Sicherheitskräften befahren werden, sagte Polizeichef Joseph Boinnet.

Al-Shabaab treibt in Teilen Somalias ihr Unwesen und will am Horn von Afrika einen islamischen Gottesstaat errichten. Kenia beteiligt sich an der 22 000 Mann starken Truppe der Afrikanischen Union zur Bekämpfung der Terrormiliz in Somalia. Al-Shabaab greift daher auch Ziele in Kenia an.

Drei tote Polizisten bei Anschlag in Jakarta

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat sich offenbar ein Selbstmordattentäter an einem belebten Busbahnhof in die Luft gesprengt. Insgesamt sind drei Polizeibeamte bei dem Anschlag ums Leben gekommen, meldete CNN Indonesia am Donnerstag unter Berufung auf einen Polizeisprecher. 

Ein indonesischer Polizist bewacht den Tatort in Jakarta.

Neun Menschen wurden bei der Explosion verletzt, darunter zwei weitere Polizisten. Die Beamten waren an dem Busbahnhof gerade für eine Parade zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan im Einsatz, als sich die Explosion ereignete.

Man vermute ein Selbmordattentat, sagte der stellvertretende Polizeichef des Landes, Syafruddin, im Fernsehen. In den Sozialen Medien kursierende Fotos zeigten verstreute Körperteile des mutmaßlichen Attentäters.

Der Anschlag wäre die zweite Attacke in Jakarta in weniger als zwei Jahren. Bei einem bewaffneten Überfall und einem Bombenattentat waren im Januar 2016 in einem Geschäftsviertel der Millionenmetropole acht Menschen getötet worden, darunter die vier Attentäter.

Indonesien wird seit 2000 immer wieder von Terrorattacken erschüttert. Hunderte Menschen kamen dabei bereits ums Leben. Der Inselstaat hat die weltweit größte muslimische Bevölkerung.

Mindestens 18 Tote bei Talibanangriffen in Afghanistan

Vier Angehörige des afghanischen Geheimdiensts NDS kamen ums Leben, als eine Autobombe das Gebäude traf, in dem sie sich aufhielten. Weitere fünf Menschen seien bei der Explosion in der Provinz Helmand verletzt worden, sagte ein Mitglied des Provinzrats. Helmand ist eine der am stärksten umkämpften Provinzen im Süden des Landes. Außer der Provinzhauptstadt sind alle Distrikte entweder unter Kontrolle der Taliban oder werden ständig von ihnen angegriffen.

In der nordafghanischen Provinz Kundus starb ein Kind, als Taliban am Donnerstagmorgen fünf Mörsergranaten in Richtung Gouverneurspalast abschossen. „Sie wollten das Gästehaus treffen, wo US-Berater zu Gast waren“, sagte der Leiter des Provinzrats von Kundus, Ghulam Rabbani Rabbani, der Deutschen Presse-Agentur. Leider hätten die Geschosse die Schule nebenan getroffen. Neun Kinder seien verletzt worden.

In Kundus war bis 2013 noch die Bundeswehr stationiert. Die Taliban kontrollieren weite Teile der Provinz. Die vollständige Eroberung aller Bezirke und der Hauptstadt ist ein Hauptziel der Taliban.

In der südafghanischen Provinz Kandahar starben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht zu Donnerstag mindestens 13 Soldaten in Gefechten mit Taliban im Bezirk Maiwand. Acht Soldaten seien verletzt worden. Aber auch viele Talibankämpfer seien getötet worden, sagte Ministeriumssprecher Daulat Wasiri.

Kandahar gehörte bisher, auch dank eines brutal vorgehenden Polizeichefs, zu den sichereren südlichen Provinzen. Seit einigen Wochen häufen sich aber die Angriffe und internationale Sicherheitsexperten warnen unter Berufung auf vertrauliche Berichte vor einer bevorstehenden Talibanoffensive.

dpa/AFP

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