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Anschlag in Kabul

Taliban bekennt sich

Zwei US-Soldaten bei Anschlag auf Konvoi in Afghanistan getötet

Ein Selbstmordattentäter rammt ein Fahrzeug voller Sprengstoff in einen Nato-Konvoi in Kandahar. Die Taliban bekennen sich zu dem Anschlag. Stunden später steht fest: Es gibt Tote.

Kabul - Bei einem Selbstmordanschlag der radikalislamischen Taliban auf einen Nato-Konvoi in Afghanistan sind zwei US-Soldaten getötet worden. Das bestätigte das Pentagon am Mittwoch. Der Vorfall ereignete sich in der südafghanischen Provinz Kandahar.

Die USA haben dort eine starke Präsenz - sowohl für die Ausbildungsmission der Nato, Resolute Support, als auch für ihre unabhängige Kampfmission gegen den Terrorismus, Freedom's Sentinel.

Nach einer Schilderung von Provinzsprecher Samim Chapalwak hatte der Selbstmordattentäter gegen Mittag (Ortszeit) ein mit Sprengstoff beladenes Auto in den Konvoi gerammt. Bilder vom Nachmittag zeigten, wie ein Kran am Anschlagsort unter hohen Schutzvorkehrungen an den Überresten eines khakifarbenen Fahrzeugs arbeitete. Zivile Opfer habe es nicht gegeben, sagte Chapalwak.

Sicherheitslage höchst angespannt

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich in dem Kurznachrichtendienst Twitter zu der Tat. Der Angriff sei gegen ausländische Truppen nahe einer Basis des afghanischen Geheimdienstes NDS gerichtet gewesen, hieß es in dem Tweet des Sprechers Sabiullah Mudschahid.

Die Explosion habe sich im Daman-Bezirk ereignet, sagte ein Mitglied des Provinzrats, Hadschi Agha Lali Dastgiri. Der Bezirk liegt nahe der Provinzhauptstadt. Die Provinz ist eine Hochburg der Taliban.

Wegen ihres oft brutal vorgehenden Polizeichefs Abdul Rasik war die Provinz lange eher ruhig gewesen. Kämpfe hatten sich auf die Nachbarprovinz Helmand konzentriert, wo die Taliban heute etwa 80 Prozent des Territoriums halten. In den vergangenen Monaten hat aber auch in Kandahar die Zahl der Anschläge und Talibanoffensiven zugenommen.

dpa/AFP

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