Das wollen Senioren wirklich

Studie: Lieber Pflege zu Hause als Altenheim

Berlin - Wenn Senioren etwas nicht wollen, dann ist es, im Altenheim zu leben. Das ergab eine Studie. Fast jede alternative Lösung ist ihnen lieber - vor allem die Pflege in den eigenen vier Wänden.

Die Mehrheit der Senioren lehnt laut einer Umfrage den Umzug ins Altenheim im Falle der Pflegebedürftigkeit ab. Vielmehr wollen 59 Prozent der heute 65- bis 85-Jährigen lieber mit Unterstützung eines Pflegedienstes in der eigenen Wohnung bleiben. Das geht aus Teilergebnissen einer Altersstudie des Versicherers Generali hervor, die am Montag in Köln vorgestellt wurden. 19 Prozent präferieren demnach ein Leben in einem Mehrgenerationenhaus, 12 Prozent eine sogenannte Alten-WG.

Nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der Befragten sprach sich den Angaben zufolge für eine Wohnung in einem Heim aus. Ein einzelnes Zimmer in einer Senioreneinrichtung würden demnach 21 Prozent akzeptieren. Die repräsentative Befragung war unter 4.000 Personen über 65 Jahren vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt worden. Mehrfach-Antworten waren möglich.

Die Studie mache auch deutlich, dass es an alternativen Wohnformen fehle, hieß es. Zwar wolle eine Mehrheit der Senioren in den eigenen vier Wänden wohnen, doch hielten 65 Prozent der Befragten ihre jetzige Wohnung nur eingeschränkt für altersgerecht. Auf kommunaler Ebene müssten deshalb der Gespräche mit den älteren Menschen geführt werden, um deren Bedürfnisse zu erfragen und gleichzeitig neue Wohnkonzepte zu entwickeln.

Pflegeexperte wirft Schwarz-Gelb verlorene Jahre vor

Unterdessen hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe einen raschen flächendeckenden Ausbau der Altenpflege in Deutschland ähnlich wie zuletzt bei der Kleinkindbetreuung gefordert. Der schwarz-gelben Bundesregierung warf der Kuratoriums-Vorsitzende Jürgen Gohde am Montag in Berlin vor, für vier verlorene Jahre verantwortlich zu sein. Heftige Vorwürfe richtete er auch ausdrücklich an Pflegekassen und manche Kommunen. Sie seien für interessengeleitete Flickschusterei auf dem Rücken der Betroffenen verantwortlich.

Gohde machte sich für eine weitere Anhebung des Beitragssatzes von 2,05 auf 2,45 Prozent stark, für Menschen ohne Kinder auf 2,7 Prozent. In einem gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellten Konzept für eine Reform ist zudem von frischen Steuermitteln für den steigenden Bedarf an besserer Pflege die Rede. „Es muss dort ankommen, wo es benötigt wird“, forderte Gohde. Zentral sei, dass es eine bessere Infrastruktur gebe, eine bessere Eingruppierung von Demenzkranken in die Pflegeversicherung, mehr Kurzzeitpflege, ein besseres Management der einzelnen Pflegefälle und eine stärkere Ausrichtung an Vorbeugung und Rehabilitation.

kna/dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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