+
Der vom UN-Kriegsverbrechertribunal angeklagte serbische Nationalistenführer Vojislav Seselj ist derzeit auf freiem Fuß. Foto: Andrej Cukic

Serbien fühlt sich durch EU-Parlament erniedrigt

Belgrad/Straßburg (dpa) – Die harsche Kritik des EU-Parlaments am serbischen Nationalistenführer Vojislav Seselj hat in Serbien Enttäuschung hervorgerufen.

"Diejenigen, die diese Resolution eingebracht haben, wollten das Ansehen Serbiens erniedrigen", kritisierte der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic in Belgrad. Zuvor hatten die Parlamentarier von Serbien verlangt, die Hassreden und die Kriegsrhetorik Seseljs zu unterbinden.

Die EU-Parlamentarier hätten offenbar nicht gewusst, worüber sie abstimmen, vermutete Vucic. "Warum leisteten sie dem Hass, der Fremdenfeindlichkeit und dem Gespenst der Vergangenheit Vorschub?", fragte der Spitzenpolitiker weiter: "Was wollen Sie? Dass wir schweigen, wenn Sie Serbien erniedrigen, wenn Sie die Tatsachen verfälschen und die Unwahrheit sagen?". Das offizielle Serbien habe nichts mit der Politik von Seselj gemein.

Das EU-Parlament hatte das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag aufgefordert zu prüfen, ob Seselj gegen Auflagen für seine vorübergehende Freilassung verstoßen habe. Der 60-jährige war wegen eines schweren Krebsleidens vom Tribunal entlassen worden. Das Urteil in dem Prozess ist trotz über elfjähriger Dauer noch nicht gefällt.

Seselj-Prozess in Den Haag

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erste Gespräche in Niedersachsen: SPD-Ministerpräsident Weil will sich zuerst mit Grünen treffen
Die SPD ist der Wahlsieger in Niedersachsen. Wie geht es jetzt weiter? Die FDP schließt eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen aus. Alle Infos im Live-Ticker.
Erste Gespräche in Niedersachsen: SPD-Ministerpräsident Weil will sich zuerst mit Grünen treffen
Ticker zur Österreich-Wahl: FPÖ-Chef Strache fordert Innenministerium
Nach der Wahl 2017 in Österreich liegt der 31-jährige Sebastian Kurz (ÖVP) klar vorn. Reaktionen, News und das Ergebnis im Live-Ticker zur Nationalratswahl.
Ticker zur Österreich-Wahl: FPÖ-Chef Strache fordert Innenministerium
Kohl-Trauerfeier kostete Speyer 57.000 Euro – so viel übernimmt der Bund
Die Trauerfeier für Altkanzler Helmut Kohl hat die Stadt Speyer 57.000 Euro gekostet. Lesen Sie, wie diese Summe zustande gekommen ist und welche Summe der Bund …
Kohl-Trauerfeier kostete Speyer 57.000 Euro – so viel übernimmt der Bund
FDP und Grüne sondieren für Jamaika
CSU und Grüne in einer Regierung? Schwierig. Das Verhältnis von FDP und Grünen ist es nicht weniger. Letztere treffen an diesem Donnerstag aufeinander. Doch sie alle …
FDP und Grüne sondieren für Jamaika

Kommentare