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Ex-CSU-Pressereferentin Mareike Daum erhebt Sex-Mobbing-Vorwürfe gegen die Partei. Manches an ihren Behauptungen wirkt durchaus merkwürdig.

Vorwürfe der Ex-Pressereferentin

Sex-Mobbing? CSU rätselt über die Motive von Mareike Daum

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München - Ex-CSU-Pressereferentin Mareike Daum sorgt mit angeblichen Enthüllungen über Sex-Mobbing in der Partei für Wirbel. Einige ihrer Behauptungen geben aber Anlass zum Zweifeln.

"High Heels an die Macht: Feminismus, aber sexy" von Mareike Daum (Monogramm Verlagsgesellschaft, 205 Seiten, 13 Euro) erscheint am 8. März.

Kurze Röcke, hohe Schuhe, lüsterne alte Männer – die CSU hat eine kleine Sex-Affäre. Die frühere Pressereferentin Mareike Daum klagt über Mobbing in der Parteizentrale. „Die Partei ist eine Ansammlung von geilen, alten und frustrierten Männern“, vertraute die junge Frau der „Bild“-Zeitung an. Mitarbeiter von Politikern hätten sie angemacht, „ein Cocktail aus lüsternen Blicken und Diskriminierung“.

In der Partei sorgt der Bericht für Wirbel – Sex-Vorwürfe kann kein Arbeitgeber auf die leichte Schulter nehmen. Die Umstände allerdings geben zu denken. Die 33-Jährige publiziert die Vorwürfe in „Bild“ mit einem riesigen Foto, auf dem sie sich sehr knapp bekleidet auf einer Wiese räkelt. Auf „Facebook“ wirbt sie zudem für ihr in Kürze erscheinendes Buch "High Heels an die Macht" – von einer PR-Strategie wird in der CSU berichtet.

CSU-Frau Mareike Daum: Stellte Dobrindt die Tochter seiner Nachbarn ein?

Eingestellt hat Daum Ex-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Vor fünf Jahren schon sorgte er damit intern für Erstaunen; Mitarbeiter berichteten irritiert, die junge Frau (Geburtsname: Mareike Stuhler) sei die Tochter seiner Nachbarn in Peißenberg (Kreis Weilheim-Schongau). Sie schildert in ihrem Buch lediglich freimütig, auf 15-Zentimeter-Absätzen in die Parteizentrale gelaufen und zu ihrer eigenen Überraschung eingestellt worden zu sein. „Optisch sprengte ich die Parteizentrale sicherlich.“

Inhaltlich eher nicht. Nach außen hin beschränkte sich ihre Rolle als Pressereferentin darauf, Anwesenheitslisten herumzureichen. Inhaltliche Medienanfragen wurden an der Politologin vorbeigeleitet. Das Klima im Büro verschlechterte sich zusehends. „Echte bitches“ (freundlich übersetzt: Schlampen) seien ihre Kolleginnen, schreibt sie. Als Dobrindt – den sie von allen Vorwürfen ausklammert – 2013 nach Berlin wechselte, sei sie ins Archiv versetzt worden, schreibt „Bild“.

Das mit dem Archiv ist schnell zu klären: Es gibt gar keines. Der Rest der Vorwürfe steht nun im Raum. Mehrere Mitarbeiter berichten, es sei immer wieder zwischenmenschlich und fachlich zu Ärger um Daum gekommen. Ein Parteisprecher teilt mit, eine Beschwerde über Mobbing habe es bei Vorgesetzten nie gegeben. Ein ärztliches Attest bescheinigt ihr „Migräne und Spannungskopfschmerz“ durch Beleidigung am Arbeitsplatz. Daum war lang krankgeschrieben, unterschrieb zu Ende Januar einen Aufhebungsvertrag mit 15.000 Euro Abfindung.

Sex-Mobbing: Das sagt die CSU zu den Vorwürfen von Mareike Daum

So antwortete die CSU auf eine Anfrage bezüglich der Sex-Mobbing-Vorwürfe von Mareike Daum: "Wir haben uns Ende Januar einvernehmlich von der Mitarbeiterin getrennt. Sie hat in der Zeit, in der sie bei uns angestellt war, keinen der von ihr heute behaupteten Sachverhalte gegenüber der Hausleitung vorgetragen. Sie hat auch kein entsprechendes Attest, weder das nachträglich erstellte vom 3. Februar noch ein anderes Attest vorgelegt, das auf das dort Genannte Bezug nehmen würde.“

Christian Deutschländer

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