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Wie sieht Jugendliche die Zukunft? Die aktuelle Shell-Jugend-Studie verrät es.

Junge Generation "im Aufbruch"

Shell-Studie: So tickt die heutige Jugend

Bielefeld - Laut der aktuellen Shell-Jugendstudie blicken die meisten Jugendlichen positiv in die Zukunft und stehen dem Thema Zuwanderung offen gegenüber.

Die meisten Jugendlichen in Deutschland blicken optimistisch in die Zukunft. Fast zwei Drittel der Zwölf- bis 25-Jährigen (61 Prozent) blicken positiv auf das eigene weitere Leben, auch die Zukunft der Gesellschaft wird mehrheitlich positiv gesehen, wie aus der am Dienstag vorgestellten neuen Shell-Jugendstudie hervorgeht. Zugleich wächst das Interesse an Politik. Mit dem Grundoptimismus setzt sich der Trend der vergangenen Jahre weiter fort; die entsprechenden Werte stiegen im Vergleich zur vorigen Jugendstudie von 2010. 

Jugend mit mehr Interesse an Politik

Die junge Generation befinde sich "im Aufbruch", sagte der Studienleiter Mathias Albert von der Universität in Bielefeld bei der Präsentation in Berlin. "Sie will neue Horizonte erschließen." Der aktuellen Untersuchung zufolge beurteilen 51 Prozent der jungen Leute die Zukunftsaussichten der Gesellschaft positiv. Es ist demnach das erste Mal seit den 1990er Jahren, dass mehr als die Hälfte diese Meinung teilen. Darüber hinaus zeigt die nachwachsende Generation wieder mehr Interesse an Politik. 41 Prozent bezeichnen sich als politisch interessiert (2010: 26 Prozent). Auch die Bereitschaft zum politischem Engagement ist gestiegen. Die Autoren der Studie, die die Jugendlichen in früheren Untersuchungen als eher unideologisch und in erster Linie auf das Private fokussiert beschrieben hatten, sprechen deshalb nun von "Anzeichen für einen Sinneswandel". Die etablierten politischen Parteien können von dieser Trendwende bislang aber nicht profitieren. Ihnen bringen die Jugendlichen der Studie zufolge wenig Vertrauen entgegen. Gleiches gilt für Großunternehmen oder Kirchen. 

Schwesig: "Wir können stolz sein auf diese Generation"

Deutlich offener als früher sind Jugendliche beim Thema Einwanderung. Die Zahl derer, die die Zuwanderung senken will, reduzierte sich auf 37 Prozent. Bei der vorletzten Jugendstudie von 2006 waren es mit 58 Prozent viel mehr. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) äußerte sich erfreut über die Untersuchungsergebnisse. "Wir können stolz sein auf diese Generation", erklärte sie. Die jungen Leuten nähmen ihr Leben in die Hand und interessierten sich für andere. Außerdem seien sie offen, statt Angst vor fremden Kulturen zu haben. Mit Blick auf beruflichen und privaten Wünsche handelt es sich den Studienautoren nach um eine "pragmatische Generation". Ein Beruf soll demnach zwar interessant sein, für fast alle (95 Prozent) ist zugleich jedoch ein sicherer Arbeitsplatz wichtig. Karriereorientierung steht zudem hinter der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie der Planbarkeit der Arbeit zurück. Bei den wichtigen Wertorientierungen stehen das Streben nach guten Freunden und einem vertrauensvollen Partner mit Zustimmungsraten von mehr als 90 Prozent an der Spitze. Unter anderem sind aber auch Fleiß und Ehrgeiz (82 Prozent) für die Jugendliche elementar. Die Shell-Jugendstudie ist eine von dem Energiekonzern in Auftrag gegebene repräsentative Analyse, die von Experten der Universität Bielefeld und des Forschungsinstituts TNS Infratest Sozialforschung erstellt wird. Sie erscheint jeweils im Abstand von einigen Jahren. Für die neueste Ausgabe waren zwischen Januar bis März dieses Jahres 2558 junge Leute befragt worden.

AFP

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