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Drei Terrorverdächtige der sogenannten Sauerland-Gruppe nach ihrer Festnahme (Archivfotos). Die Chefs der Sicherheitsbehörden warnen vor e iner erhöhten Anschlagsgefahr.

Sicherheitsbehörden: Deutschland im Fadenkreuz islamischer Terroristen

Hamburg/München - Die Chefs von Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesamt für Verfassungsschutz, Jörg Zierke und Heinz Fromm, sehen Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl verstärkt im Fadenkreuz islamistischer Terroristen.

Im "Hamburger Abendblatt" (Samstag) bezeichnete Verfassungsschutz-Präsident Fromm die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlags als außerordentlich hoch. BKA-Präsident Zierke äußerte im Magazin "Focus" die Befürchtung, dass Terroristen versuchen könnten, ähnlich wie in Spanien mit Anschlägen im Vorfeld von Wahlen deren Ausgang zu beeinflussen.

"Wir stellen deutliche Parallelen zur Situation in Spanien fest", sagte Ziercke. Der Madrider Terroranschlag habe 2004 die bevorstehenden Wahlen beeinflussen und zum Abzug spanischer Soldaten aus dem Irak führen sollen. Für besonders gefährlich halte er zum Islam konvertierte Radikale aus Deutschland. "Sie kennen die deutsche Infrastruktur, sind gesellschaftlich integriert und fallen aufgrund ihres Aussehens kaum auf", sagte Ziercke. "Die jüngsten Video- Botschaften zeigen deutlich, dass Deutschland und deutsche Interessen im Ausland bedroht werden", so Ziercke.

Auch nach Ansicht von Verfassungsschutz-Präsident Fromm belegen die jüngst verbreiteten Drohvideos, "dass Anschläge gegen unser Land vorbereitet werden". Überlegungen, dass die Terrororganisation El- Kaida auf die Bundestagswahl ziele und den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan erzwingen wolle, seien deshalb naheliegend. Die Erklärungen des Islamisten Bekkay Harrach in einem der Videos deuteten in diese Richtung, so Fromm.

Kurz nach den verheerenden Terroranschlägen auf vier Madrider Pendlerzüge hatten 2004 in Spanien Wahlen zu einem Regierungswechsel geführt, in dessen Folge die spanischen Truppen aus dem Irak abgezogen wurden. Bei den Anschlägen waren 191 Menschen getötet und mehr als 1800 verletzt worden.

dpa

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