Özil tritt aus Nationalmannschaft zurück - Rassismus-Vorwürfe gegen DFB-Spitze

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Hier treffen sich die Weltpolitiker: Konferenzleiter Wolfgang Ischinger empfängt im Bayerischen Hof mehr als 20 Staats- und Regierungschefs.

Bis Sonntag im Hotel Bayerischer Hof

Weltpolitik in München: Die Köpfe und Themen der Sicherheitskonferenz

Die Welt schaut an diesem Wochenende nach München. Im Hotel Bayerischer Hof treffen sich führende Politiker zur Sicherheitskonferenz. Wir machen Sie SiKo-sicher.

München - Ab diesem Freitag hat die Weltpolitik ihr Zentrum wieder zwei Tage lang in München: Ob Ukraine-Konflikt, ob Atom-Rüstung - die wichtigsten Politiker aus aller Welt versammeln sich wie alle Jahre wieder bis zum Sonntag im Hotel Bayerischer Hof. Die tz stellt die wichtigsten Köpfe und die wichtigsten Themen vor.

Sigmar Gabriel (58)

Zuerst war von einer Absage die Rede, nun will er doch kommen. In München werden sich allein schon wegen der innenpolitischen Lage und dem Chaos in der SPD alle Blicke auf Gabriel richten. Dem geschäftsführenden Außenminister, bisher Vizekanzler und von 2009 bis 2017 der am längsten amtierende SPD-Chef seit Willy Brandt, droht der Sturz in die politische Bedeutungslosigkeit. Dabei ist Gabriel derzeit Deutschlands beliebtester Politiker. In seiner Partei werden ihm trotzdem kaum Chancen eingeräumt, dass er bei einem Ja der SPD-Mitglieder zu einer großen Koalition einer neuen Regierung angehören wird.

Sigmar Gabriel.

Herbert Raymond McMaster (55)

Der Drei-Sterne-General ist seit einem Jahr Sicherheitsberater von Donald Trump und vertritt den US-Präsidenten im Bayerischen Hof. „H.R.“ galt lange als moderate Stimme im Weißen Haus. Dass er international und bündnisorientiert ausgerichtet ist und sich etwa für eine Fortführung des Afghanistan-Einsatzes stark machte, ließ ihn zur beliebten Zielscheibe von Trumps rechtspopulistischen Anhängern werden. Mit Blick auf Nordkorea vertritt er eine harte Linie und deutete an, dass die US-Regierung auch militärische Optionen in Betracht ziehe. Neben McMaster wird auch Verteidigungsminister James Mattis die US-Regierung vertreten.

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John McCain (81)

Der Senator aus Arizona und ehemalige Präsidentschaftskandidat ist unter den Republikanern einer der lautstärksten Kritiker Trumps. Seit den 1980ern sitzt McCain im US-Senat. Seine Unbeugsamkeit bringt dem einstigen Soldaten und Kriegsgefangenen oft parteiübergreifend Anerkennung ein. Bei den Republikanern hat er aber an Einfluss verloren. Dieses Jahr soll ihm der Ewald-von-Kleist-Preis der Sicherheitskonferenz verliehen werden. Im vergangenen Juli wurde bekannt, dass McCain an einem Hirntumor leidet. Sein Kommen stand wegen der Krankheit auf der Kippe.

John McCain.

Benjamin Netanjahu (68)

Netanjahu amtiert bereits zum vierten Mal als Regierungschef Israels. Der rechtsorientierte Politiker hat den Friedensprozess mit den Palästinensern schon schon seit fast vier Jahren auf Eis gelegt. Netanjahu gilt außerdem als schärfster Kritiker des internationalen Atomabkommens mit dem Iran. Es ist sein erster Auftritt auf dem Münchner Parkett. Der Besuch des israelischen Ministerpräsidenten wird von Korruptionsvorwürfen in seiner Heimat überschattet. Die israelische Polizei hat empfohlen, Anklage gegen ihn zu erheben.

Benjamin Netanjahu.

Sergej Lawrow (67)

Der russische Außenminister kann mehr als 45 Jahre diplomatische Erfahrung in die Waagschale werfen. Lawrow gilt als „Mann fürs Feine“ von Kremlchef Wladimir Putin. Seit 2004 schon ist der 67-Jährige im Amt. Er ist bekannt als harter Verhandlungsführer. Am Rande der Sicherheitskonferenz wird es ein Treffen mit dem ukrainischen Amtskollegen unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs geben.

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Mohammed Dschawad Sarif (58)

Irans Außenminister gilt als Architekt des Atomabkommens. Mit seiner eloquenten und verbindlichen Art war Sarif der richtige Mann für das Top-Projekt von Präsident Hassan Ruhani: Versöhnung mit der Welt durch eine Einigung im Atomstreit. Ohne Sarif wäre eine Verständigung wohl viel schwieriger geworden. US-Präsident Donald Trump hält vorerst an dem Atomdeal fest, will aber den Druck auf die Regierung in Teheran verschärfen.

Mohammed Dschawad Sarif.

Adel al-Dschubair (56)

Obwohl nicht Mitglied der saudischen Königsfamilie, vertritt der 56-Jährige das Land seit fast drei Jahren international. Als langjähriger Botschafter des sunnitischen Königreichs in den USA verfügt er über enge Kontakte nach Washington. Im Auftritt elegant vertritt er aber die Linie seines Landes unnachgiebig – ganz im Sinne von Kronprinz Salman. In den Konflikten mit dem schiitischen Iran und dem Nachbarn Katar zeigt er sich ebenso hart wie im Jemen-Konflikt - was er in München bekräftigen dürfte.

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Theresa May (61)

Die Zukunft Europas soll dieses Jahr ein Schwerpunkt in München werden. Die EU ist mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und mehreren Kommissaren vertreten. May setzt da den personellen Kontrapunkt. Seit die Briten sich 2016 knapp für einen EU-Austritt ausgesprochen haben, verfolgt sie als Premierministerin einen unnachgiebigen Kurs. Mit ihrem strengen Auftreten erinnert die 61-Jährige manchmal auch an ihre einzige weibliche Vorgängerin, an die „Eiserne Lady“ Margaret Thatcher. Kurz vor Beginn der Sicherheitskonferenz will May mit Merkel noch in Berlin über den Brexit sprechen.

Theresa May.

Das sind die Themen

Cyber-Krieg, wachsende Atom-Gefahr, Syrien, Nordkorea - die Liste der Konflikte, die bei der Siko diskutiert werden, ist lang. Allein am Donnerstag gab es viel neuen Diskussionsstoff:

Afghanistan: Die UN veröffentlichte einen Bericht, wonach 2017 2300 Zivilisten bei Anschlägen ums Leben gekommen sind - mehr als je zuvor.

Rüstung: Dauer-Thema auf der Siko ist der Streit um (aus US-Sicht) mangelnde Rüstungsanstrengungen der europäischen Nato-Partner. Jüngstes Beispiel, wie sehr es insbesondere bei der Bundeswehr hakt: Aus einem vertraulichen Papier des Verteidigungsministeriums geht hervor, dass nur neun der 44 für die multinationale Eingreiftruppe vorgesehenen Leo-2-Kampfpanzer einsatzbereit sind. Dabei soll die Bundeswehr 2019 die Führung dieser Nato-Eingreiftruppe übernehmen.

EU-Verteidigungsunion: Die USA fürchtet eine Konkurrenz zur Nato! US-Verteidigungsminister James Mattis verlangte gestern von der EU eine schriftliche Garantie, dass die Europäer keine Doppelstrukturen im Bereich der Verteidigung aufbauen.

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Ein Blick auf die Absperrungen während der Sicherheitskonferenz.

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