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Joe Biden mit seiner Enkelin.

Gesperrte Autobahnen für die Staatsgäste

Sicherheitskonferenz: Vorgeschmack auf den G7 Gipfel

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München - Im Tross von Joe Biden zur Sicherheitskonferenz: Der große Aufwand liefert einen Vorgeschmack auf den G7 Gipfel im Juni 2015 auf Schloss Elmau.

Die bayerische Landeshauptstadt hat ihre Gäste schon freundlicher begrüßt. Minus vier Grad hat es am späten Freitagabend am Flughafen, als die Air Force Two am Roten Teppich auf dem Flugfeld stoppt. Die kleinen Fahnen zappeln im Wind, der die gefühlte Temperatur deutlich kälter erscheinen lässt. Ilse Aigner steigt aus ihrer warmen Limousine. Als Vize-Ministerpräsidentin ist es ihre Aufgabe, den neben Angela Merkel höchstrangigen Gast der Sicherheitskonferenz zu begrüßen: Joe Biden, Vize-Präsident der USA.

Ein Konvoi nach dem anderen jagt an diesem Wochenende durch die Stadt. Viele Staatsgäste könnten vermutlich auch ganz normal mit der S-Bahn fahren, ohne in München erkannt zu werden. Aber es sind auch große Kaliber angereist. Und der Aufwand an Sicherheit, der beispielsweise für Biden betrieben wird, gibt den Bayern einen Vorgeschmack, was im Juni zum G7-Gipfel geboten sein wird.

Aigner vertritt am Freitagabend Horst Seehofer, der die Volksnähe der Weltpolitik vorgezogen hat. Der Ministerpräsident sitzt zu diesem Zeitpunkt bei der Fastnacht in Franken. Aigner hat sich zuvor im Auto angesehen, als was sich die Kollegen verkleidet haben. Sie kann als Bezirks-Vizepräsidentin des Bundes Deutscher Karneval Sachverstand geltend machen.

Am Flugzeug haben Polizisten ein Spalier gebildet. Es gibt keine Kapelle, nur der Wind pfeift, als Biden schließlich mit seiner Enkelin die Gangway herunter steigt. Und ein Hubschrauber knattert, der über der Air Force Two aufgestiegen ist und den Vize-Präsident bis in die Innenstadt aus der Luft beschützen wird.

Die Zeremonie ist kurz: Aigner und der US-Generalkonsul Bill Moeller begrüßen den Gast. Der sagt artig, Bayern sei sein Lieblingsland – und damit es nicht gar so floskelhaft wirkt, erzählt er noch, das habe er denen in Brüssel eben auch schon gesagt. Aber die hätten’s anders gesehen, sagt Biden und lacht. Für mehr ist es zu kalt am Rollfeld. Nach wenigen Minuten steigt Biden in die gepanzerte Limousine.

Bei G7 Gipfel wohl größere Staus auf bayerischen Autobahnen

Es folgt eine Kolonne von 40 Autos. Die Amerikaner haben sogar einen eigenen Erste-Hilfe-Wagen dabei. Auch ein deutscher Krankenwagen begleitet den Tross. SEK, USK – alles ist da. Es gibt einen eigenen Wagen, der mit einer steuerbaren Kamera am Dach die Fahrt filmt. Und über all dem knattert der Hubschrauber.

Die Fahrt geht erst über die Autobahn, dann den Mittleren Ring entlang zum Bayerischen Hof. Überall, wo der Tross durchfährt, hat die Polizei den Verkehr aufgehalten. Selbst die Autobahnparkplätze sind abgesperrt. Die Szenerie ist im Dunkeln fast etwas gespenstisch. Überall Blaulicht, auf jeder Brücke steht ein Einsatzwagen, um einen Anschlag zu verhindern. Der Aufwand ist gigantisch. Das ganze Wochenende lang. Am Sonntag besuchte Biden auch noch unangemeldet die KZ-Gedenkstätte in Dachau.

Im Juni, wenn gleich sieben Staatschefs und etliche Minister kommen, dürfte es auf bayerischen Autobahnen zu größeren Staus kommen. Immerhin: Barack Obama wird unschuldig sein. Wenn es das Wetter erlaubt, soll der US-Präsident mit dem Hubschrauber vom Flughafen nach Elmau fliegen.

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst.

Mike Schier

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