Ulrike Scharf

Ulrike Scharf nominiert

Sieg für Ude und eine junge CSU-Frau

München/Erding - Ein halbes Jahr vor den Wahlen kommt die Zeit der innerparteilichen Machtkämpfe: Wer kriegt welches Mandat, welchen Listenplatz? Für Platzhirsche ist selbst in der CSU keine Schonzeit. Am Wochenende hat es wieder einen erwischt.

Erdings CSU-Delegierte verweigerten am Wochenende dem langjährigen Abgeordneten Jakob Schwimmer (63) das Direktmandat. Sie nominierten mit klarer Mehrheit Ulrike Scharf (45), die auch Schatzmeisterin der Partei ist. Schwimmer unterlag mit 79:112.

Der Wechsel in Erding gilt als zumindest kleiner Erfolg auch der Frauen-Union, die gegen den Männer-Überschuss in der CSU-Landtagsfraktion kämpft - eine oftmals mühselige Auseinandersetzung. Nach derzeitiger Lage kandidieren in den 90 Landtags-Stimmkreisen für die CSU nur 17 Frauen. Scharf sei eine "starke Verstärkung" für die Frauenriege, sagte Oberbayerns CSU-Bezirkschefin Ilse Aigner am Sonntag.

Lesen Sie auch: Landtagswahl 2013 in Bayern: Was Sie wissen müssen!

Wer von der CSU für das Direktmandat nominiert wird, hat erfahrungsgemäß bei Landtagswahlen nahezu Gewissheit, ins Münchner Maximilianeum einzuziehen. Bei der Wahl 2008 verlor die CSU lediglich ein einziges Direktmandat, es war jenes des Münchners Franz Maget. Wer für die Opposition ins Parlament kommt, entscheidet sich deshalb vor allem über die Bezirkslisten.

Auch hier ist am Wochenende eine Entscheidung gefallen. Die oberbayerische SPD schickt Christian Ude mit einem klaren Vertrauensbeweis als Listenführer in die Landtagswahl. 67 von 67 Delegierten wählten den Münchner am Sonntag in Oberschleißheim auf Platz 1 der Liste für den Landtag. Es gab keine Enthaltungen und keine ungültigen Stimmen bei der geheimen Abstimmung. Ude gab sich kämpferisch. „Man kann Ideen klauen, aber nicht Glaubwürdigkeit“, sagte er über Regierungschef Seehofer (CSU).

Ungewöhnlich harmonisch lief auch die Wahl der anderen Bewerber. Die Delegierten billigten den Listenvorschlag, den der Bezirksvorstand erarbeitet hatte. Hinter Ude folgen Generalsekretärin Natascha Kohnen, Fraktionschef Markus Rinderspacher, die Gesundheitspolitikerin Kathrin Sonnenholzner, der Quereinsteiger Werner Widuckel. Dann: Agrarexpertin Maria Noichl, der Münchner SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann, Doris Rauscher aus Ebersberg, der Bildungspolitiker Martin Güll und seine Kollegin Isabell Zacharias, die verkündete: "Ich mittendrin - herrlich."

Auf Platz 11, ursprünglich für den Integrationsexperten Mahmoud Al-Khatib vorgesehen, der seine Kandidatur aus familiären Gründen kurzfristig zurückzog, startet nun Albert Thurner. Dahinter: Elif Cindik, Achim Werner, Diana Stachowitz, Günter Zellner, Ruth Waldmann, Roman Niederberger, Günther Knoblauch, Florian Ritter und der langjährige Landtagsvizepräsident Peter Paul Gantzer.

Die Wähler können für den Landtag – anders als beim Bundestag – die Reihenfolge durch Ankreuzen eines Kandidaten allerdings ändern.

Christian Deutschländer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trumps Sprecherin wird aus Restaurant hinausgeworfen
Washington (dpa) - Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, ist wegen ihres Jobs aus einem Restaurant geflogen. Sie sei von der Eigentümerin des Red …
Trumps Sprecherin wird aus Restaurant hinausgeworfen
Mehr als 520 Einwandererkinder in den USA wieder bei Eltern
Washington (dpa) - Nach der Trennung von ihren Eltern im Zuge der sogenannten Null-Toleranz-Politik sind in den USA 522 Flüchtlingskinder wieder mit ihren Familien …
Mehr als 520 Einwandererkinder in den USA wieder bei Eltern
Tendenz Abschottung: Schwieriges EU-Asyltreffen in Brüssel
Angela Merkel muss bis Ende Juni beim Thema Asyl etwas abliefern, um die rebellierende CSU und deren Chef Horst Seehofer einzufangen. Bei einer Art Vor-Gipfel im …
Tendenz Abschottung: Schwieriges EU-Asyltreffen in Brüssel
Asyl-Streit: Große Koalition verliert Mehrheit bei Wählern - AfD mit Rekordwert
Die Asyl-Krise zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer spitzt sich zu. Am Sonntag sollen bei einem Mini-Gipfel in Brüssel Lösungen gefunden werden. Alle Entwicklungen …
Asyl-Streit: Große Koalition verliert Mehrheit bei Wählern - AfD mit Rekordwert

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.