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Sigmar Gabriel vermutet, dass die Kanzlerin von der US-Überwachung wusste

"Mehr als Geheimdienstskandal"

Gabriel: Merkel wusste von Überwachung

Berlin - Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstellt, von der Überwachung durch amerikanische und britische Geheimdienste in Deutschland gewusst zu haben.

Die Reaktion der Kanzlerin lasse den Verdacht zu, dass ihr die Ausspähung zumindest dem Grunde nach bekannt war, schreibt Sigmar Gabriel in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Dienstag). Er forderte Merkel auf, offen zu sagen, „ob sie davon gewusst und es geduldet hat“.

Politiker und ihre Affären

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Gabriel schreibt in dem Namensartikel weiter: „Was jetzt offenbar wird, ist mehr als ein Geheimdienstskandal, sondern geeignet, die freiheitlichen Grundlagen der transatlantischen Wertegemeinschaft zu zerstören.“

Merkel (CDU) hat den Vorwurf vom SPD-Chef derweil zurückgewiesen. „Das Vorgehen des SPD-Vorsitzenden, der Bundeskanzlerin Mitwisserschaft an flächendeckenden Ausspähungen zu unterstellen, ist angesichts berechtigter Sorgen vieler Menschen um den Schutz ihrer Privatsphäre zynisch“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte: „Die Bundeskanzlerin weist diesen Vorwurf entschieden zurück.“

dpa

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