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"Es gibt nicht nur eine materielle Spaltung in Deutschland, es gibt auch eine kulturelle", sagt Gabriel. 

Gabriel ruft seine Partei auf

"Die SPD muss wieder Schutzmacht der kleinen Leute werden"

Berlin - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat seine Partei aufgerufen, sich mehr um die Anliegen der einfachen Menschen zu kümmern. "Die SPD muss wieder Schutzmacht der kleinen Leute werden", sagte Gabriel bei einem Treffen junger Gewerkschafter.

Die Sozialdemokraten hätten eine akademisierte, auf das Studium ausgerichtete innerparteiliche Kultur übernommen, die nicht alle Menschen erreiche. "Es gibt nicht nur eine materielle Spaltung in Deutschland, es gibt auch eine kulturelle", sagte er.

Wenn man etwas gegen Populismus tun wolle, gehe es nicht nur um materielle Fragen. Nach einer Umfrage zählten sich 60 Prozent der AfD-Wähler wirtschaftlich zu den Modernisierungsgewinnern. Aber viele fühlten sich von oben herab behandelt. "Die Sozialdemokratie muss wieder zeigen, für wen sie da ist. Sie darf nicht nur als Managerin der Globalisierung daherkommen."

Gabriel forderte in diesem Zusammenhang, die Benachteiligung von Sozial- und Pflegeberufen zu beenden, die wesentliche Ursache der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen sei. Ebenso wie erfolgreich Studiengebühren abgeschafft worden seien, müsse dies auch für Meister- und Technikerkurse gelingen. Sozialdumping innerhalb Europas müsse verhindert werden. Notwendig sei ein „Gesetz für gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“.

dpa

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