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Sigmar Gabriel bei der „Die Zeit“-Veranstaltung.

Was wohl seine Partei dazu sagt?

Gabriel verrät seinen Wunsch-Kanzler - es ist nicht Schulz

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Auf einer Veranstaltung in Hamburg wurde Bundesaußenminister Sigmar Gabriel nach seinem Wunsch-Kandidaten für den Kanzlerposten befragt. Anders als erwartet fiel seine Wahl nicht auf Martin Schulz.

Hamburg - Nach den gescheiterten Jamaika-Gesprächen zeigt sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) verhalten gegenüber einer möglichen Großen Koalition. Dies entspräche nicht dem Wahlergebnis, sagte Gabriel als Erklärung auf einer Veranstaltung der Wochenzeitung Die Zeit. Die Entscheidung der Sozialdemokraten, in die Opposition zu gehen, beurteilt Gabriel deswegen auch als richtig: „Dass Martin Schulz und viele andere gesagt haben, wir wollen nicht in die Große Koalition, ist ja bei Lichte betrachtet auch das Wahlergebnis gewesen."

Kritik äußerte Gabriel auch an den Jamaika-Sondierern: „Nun haben wir die Situation, dass die, die hätten regieren müssen, es nicht hingekriegt haben. Und jetzt darf natürlich auch keiner von der SPD erwarten, dass wir jetzt sagen: 'Super, wir haben nur darauf gewartet, dass wir jetzt mal Große Koalition machen dürfen.'"

Dass Gabriel aber offenbar auch in seiner eigenen Partei Probleme sieht, wurde durch eine weitere Aussage auf der Veranstaltung deutlich. Dort wurde der frühere SPD-Vorsitzende nämlich nach seinem Wunsch-Kanzler gefragt. Doch anders als von vielen erwartet, fiel Gabriels Wahl nicht auf SPD-Chef Martin Schulz. Stattdessen nannte er Frank-Walter Steinmeier als seinen Wunschkandidaten. „Aber der ist ja jetzt Bundespräsident", fügte er hinzu.

Auch wenn man an dieser Aussage alleine noch keinen schwindenden Rückhalt für Schulz in seiner Partei festmachen kann, dürfte dem angeschlagenen SPD-Vorsitzenden eine solche Aussage wohl kaum gefallen. Schulz war im Januar 2017 einstimmig vom SPD-Parteivorstand als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten nominiert worden. Für das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl am 24. September erhielt der frisch gewählte Parteichef allerdings Kritik.

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