"Nicht vergleichbar mit Köln"

Silvester: 30 Übergriffe auf Frauen in Bayern angezeigt

München – Auch in Bayern hat es in der Silvesternacht vereinzelt Übergriffe auf Frauen gegeben. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach im Innenausschuss des Landtags von 30 Anzeigen wegen Sexual- und Eigentumsdelikten.

Darunter seien eine versuchte Vergewaltigung, zwei Fälle sexueller Nötigung gewesen.

Allerdings sei nicht klar, ob diese von Deutschen oder Ausländern begangen worden seien. Die Lage sei in keinster Weise vergleichbar mit den Vorfällen von Köln gewesen. „Solche Situationen hat es definitiv nirgends in Bayern gegeben“, sagte der Minister. Herrmann betonte, dass die bayerische Polizei auf solche Vorfälle konsequent reagieren würde. „Ich behaupte nicht, dass bei uns so etwas nicht stattfinden kann“, sagte er. In Bayern würde es aber „nicht vier, fünf Stunden dauern“, bis die Polizei die Lage im Griff habe.

Der Innenminister berichtete auch über den Ermittlungsstand zur Terrorwarnung der Polizei an Silvester in München. Bislang gebe es „keine konkrete Informationen, mit denen der Sachverhalt geklärt werden könnte“, sagte Herrmann. Nach den bisherigen Ermittlungen sei aber unwahrscheinlich, dass die Warnung vor einem islamistischen Anschlag auf mehr als eine Quelle zurückzuführen sei. Die Behörden hatten mindestens zwei Hinweise aus dem Ausland bekommen. Die Münchner Polizei hatte darauf die Bevölkerung gewarnt und den Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Pasing geräumt. Inzwischen lassen sich aber beide Hinweise auf dieselbe Quelle zurückführen. „Wir gehen momentan davon aus, dass es wohl eine Falschinformation eines Informanten war“, sagte Herrmann unserer Zeitung.

Die Reaktion der Polizei an Silvester wurde trotzdem parteiübergreifend gelobt. „Man sollte da jetzt gar nicht mehr lange herummäkeln“, sagte der SPD-Innenpolitiker Peter Paul Gantzer. „Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig“, betonte Eva Gottstein von den Freien Wählern.  

thu

Rubriklistenbild: © dpa

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