Bei einem Angriff auf das größte Gefängnis des Landes, sind laut Augenzeugen mehrere tausend Häftlinge entkommen.

Spekulationen über Gefängnisausbruch

Sind im Kongo 4000 Häftlinge entflohen? 

Kinshasa - Um ihren Anführer zu befreien, haben Mitglieder einer Sekte im Kongo ein Gefängnis angegriffen. Offenbar sind dabei über 4000 Häftlinge entkommen.

Nach einem Angriff auf das größte Gefängnis im Kongo gehen Augenzeugen und eine Menschenrechtsorganisation von rund 4000 entflohenen Häftlingen aus. Die Regierung will wegen der anhaltenden Ermittlungen keine genaue Zahl der in Kinshasa ausgebüchsten Insassen nennen. Der örtliche Ableger der Clinton-Stiftung sprach unter Bezug auf einen Besuch des Gefängnisses durch eigene Mitarbeiter am Freitag von 4600 entflohenen Häftlingen. Örtliche Medien berichteten, 4200 Insassen des Makala-Gefängnisses seien geflohen - das wären etwa die Hälfte aller dort untergebrachten Häftlinge. Bei dem Angriff am Mittwoch hatten Mitglieder einer christlichen Sekte ihren Anführer befreit.

Regierung: „Nur 50 Insassen entkommen“

Die Regierung hatte zunächst eingeräumt, dass etwa 50 Insassen entkommen seien. Justizminister Alexis Ntambwe Mwamba sagte, es habe auch Tote unter den Wärtern, den Insassen und den Angreifern gegeben. Eine genaue Zahl nannte er nicht. Am Mittwoch hatte der Bürgermeister des nahen Stadtbezirks Selembao erklärt, dass knapp 200 entlaufene Häftlinge wieder festgenommen worden sein.

Am Freitag gab es zudem einen weiteren Ausbruch: Im Gefängnis von Kasungulu in der Nähe von Kinshasa entkamen einem örtlichen Beamten zufolge 65 von 69 Insassen. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht.

dpa

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