Milliardendeal

Singapur kauft zwei Super-U-Boote aus Deutschland

Berlin - Singapur hat zwei U-Boote bestellt, die in Kiel gebaut werden. Unbestätigten Angaben zufolge handelt es sich um die längsten U-Boote aus Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg.

Singapur hat zwei weitere U-Boote aus Deutschland bestellt. Der Vertrag über die Lieferung der beiden Boote des Typs 218SG mit der Kieler ThyssenKrupp-Tochter Marine Systems (TKMS) sei bereits unterzeichnet, teilten am Dienstag die Regierung in Singapur und das Unternehmen in Essen mit.

Nach einem Bericht der „Kieler Nachrichten“ sollen die U-Boote eine Einsatzverdrängung von deutlich mehr als 2000 Tonnen haben und der Rumpf etwa 70 Metern lang sein. Damit handle es sich um die größten in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten U-Boote. TKMS äußerte sich zu dieser Darstellung nicht.

Die U-Boote werden bei TKMS in Kiel gebaut. Die frühere Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH gilt als Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten.

Der südostasiatische Stadtstaat hatte bei ThyssenKrupp zuvor schon zwei baugleiche Schiffe in Auftrag gegeben, die 2021 ausgeliefert werden sollen. Die vier deutschen U-Boote sollen ältere Unterwasserschiffe aus schwedischer Produktion ersetzen. Die beiden zusätzlichen Boote sollen nach Angaben von Verteidigungsminister Ng Eng Hen im Jahr 2024 in Dienst gestellt werden.

Zum Kaufpreis wurden wie üblich keine Angaben gemacht. Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass sich der Wert auf gut eine Milliarde Euro beläuft. Zum Auftrag gehören auch ein umfangreiches „Logistik-Paket“ sowie die Ausbildung der künftigen Besatzung in Deutschland.

Die „Kieler Nachrichten“ hatten 2015 berichtet, der Bau der beiden ersten Boote und ein ebenfalls von Singapur mit TKMS sowie der Deutschen Marine vereinbartes Ausbildungs- und Logistikpaket habe einen Wert von etwa 1,4 Milliarden Euro.

Die neuen Boote verfügen über einen Brennstoffzellenantrieb, der eine verhältnismäßig kompakte Bauweise erlaubt. Damit sind sie kleiner, wendiger und leiser als die Konkurrenz. Die Besatzung besteht normalerweise aus weniger als 30 Mann.

Bislang hat die Marine Singapurs zwei U-Boote der „Archer“-Klasse und vier Modelle der älteren „Challenger“-Klasse zur Verfügung, alles ausgemusterte Modelle aus Schweden.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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