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SPD-Kanzlerkandidat Schulz sucht eine neue Wahlkampf-Strategie. 

Kanzlerkandidat bleibt optimistisch 

Sinkende Umfragewerte: Martin Schulz findet Sündenbock

München - Die Umfragewerte sinken - und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz reagiert gelassen darauf, weil er die Schuldigen bereits identifiziert hat. 

Ständig wird der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gefragt, woher der ganze “Hype“ um seine Person kommt? Die Sozialdemokraten nennen ihn erwartungsvoll „Unser Sankt Martin“. „Ich habe den nicht erfunden, das ist ein Phänomen der Medien", sagt der Kanzlerkandidat im Interview mit der Berliner Morgenpost. Nun muss Schulz aufpassen, dass die hohen Erwartungen durch den Negativtrend nicht zum Problem werden. Denn der Kanzlerkandidat war im Februar laut Forsa-Umfrage mit 37 Prozent noch gleichauf mit Merkel. Jetzt liegt die Zustimmung für seine Partei nur noch bei 28 Prozent, für die CDU/CSU bei 36 Prozent. "Wir liegen jetzt um die 30 Prozent. Als ich gestartet bin, lag die SPD bei 20 Prozent", sagt Schulz. "Und wenn wir in Umfragen mal unter 30 Prozent liegen, macht das auch keinen nervös." 

Seine Gelassenheit dürfte allerdings nicht bei allen gut ankommen, denn am kommenden Sonntag finden die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein statt und eine Woche später in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen. Viele SPD-Genossen wünschen sich mehr Offensive ihres Kanzlerkandidaten, stattdessen sucht Schulz den Sündenbock für die neusten Umfragewerte bei der Union und Thomas de Maizière (CDU). "Mit seinem neuen Vorstoß zur Leitkultur zielt de Maizière ganz klar auf Wähler am rechten Rand", sagt der SPD-Kandidat im Interview mit der Berliner Morgenpost und setzt nach: "CDU/CSU steigen in den Umfragen, weil die AfD sich selbst zerlegt.“ 

Die SPD ist hoch motiviert

Zuletzt waren die Medien voll mit Nachrichten und Bildern von Angela Merkel beim Besuch in Saudi-Arabien, beim EU-Brexit-Gipfel oder beim Treffen mit Wladimir Putin in Sotschi. Martin Schulz galt hingegen auf bundespolitischer Bühne seit Wochen als verschwunden. Jetzt scheint es so, als ob Schulz auf der Suche nach einer neuen Strategie sei. Ob er es schafft, die Sozialdemokraten wieder auf Kurs zu bringt oder der „Schulz-Zug“ zum Stehen kommt, wird sich bereits am Sonntag zeigen. Schulz braucht dringend Rückenwind. Dafür will der Merkel-Herausforderer seine Parteigenossen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen vor Ort unterstützen. 

Schulz zeigt sich zuversichtlich, dass Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Landtagswahl in Schleswig-Holstein gewinnen wird. "Wahlkämpfe entscheiden sich auf den letzten Metern", sagte Schulz bei einem Wahlkampfauftritt in Neumünster. Ein Drittel der Wähler soll noch unentschieden sein, daher wird die SPD bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag um 18 Uhr kämpfen müssen.

Marko Orlovic

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