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Russland kontrolliert Luhansk jetzt fast komplett - doch US-Experten sehen jetzt Nachteil für Putin

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Von: Stephanie Munk

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Scheinbar sind Putins Truppen derzeit im Osten der Ukraine recht erfolgreich - wichtige Städte sind eingenommen. Doch letztlich könnte sich der lange Kampf als Nachteil entpuppen.

Sjewjerodonezk – Wladimir Putin hat im Ukraine-Krieg einen großen Erfolg für sich verbucht: Nach wochenlangem Kampf haben russische Soldaten die Stadt Sjewjerodonezk eingenommen. Sowohl die ukrainische als auch die russische Seite bestätigten dies am Samstag (25. Juni).

Damit kontrolliert die Ukraine im Gebiet Luhansk nur noch eine größere Stadt: Lyssytschansk. Und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis diese auch von Russland eingenommen wird. Putins Truppen stehen bereits in den Vororten der Stadt, schießen mit Artillerie und fliegen Luftangriffe. Nicht ausgeschlossen scheint allerdings, dass die Entwicklung eine Art Pyrrhus-Sieg für Russland wird.

Ukraine-News: Fall von Sjewjerodonezk laut US-Denkfabrik „kein Wendepunkt im Krieg“

Die Ukraine hatte ihren Rückzug aus Sjewjerodonezk am Freitag (24. Juni) angekündigt: „Nach dem Rückzug von Einheiten unserer Truppen hat sich der Feind in Sjewjerodonezk festgesetzt“, teilte der ukrainische Generalstab mit. Doch so seltsam es klingt: Was wie ein schwerer Verlust für die Ukraine scheint, könnte sich zuletzt sogar als Vorteil für das Land erweisen. Das meint jedenfalls die renommierte US-Denkfabrik „Institute für the Study of War“ (ISW) in einer Analyse der militärischen Lage im Ukraine-Krieg. Darin heißt es: „Der Verlust von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk wird kein entscheidender Wendepunkt im Krieg sein.“

Laut der amerikanischen Denkfabrik hat die Ukraine trotz der Verluste ein wichtiges Ziel gegen Russland erreicht: Die russische Armee sei aufgrund der zähen Verteidigung der Ukrainer und der wochenlangen Gefechte verlangsamt und geschwächt worden. „Die ukrainischen Truppen waren wochenlang erfolgreich darin, eine große Menge an russischem Personal, Waffen und Ausrüstung in der Region zu binden und haben wahrscheinlich die Kampffähigkeit der russischen Truppen insgesamt geschwächt, was sie daran hinderte, in andere Regionen vorzurücken“, heißt es in der Analyse.

Ukraine-News: US-Experten erwarten Stocken der russischen Attacken

Die Forscher gehen außerdem davon aus, dass die russischen Offensiven in den kommenden Wochen insgesamt ins Stocken kommen werde. Dies werde der ukrainischen Armee Zeit geben, um intelligente Gegenattacken zu starten. „Die ideologisch begründete Fixierung des Kreml auf die Einnahme von Sjewjerodonezk wird mit großer Wahrscheinlichkeit am Ende ein Nachteil für die russischen Fähigkeiten sein, weiter Erfolge in der Ukraine zu erzielen.“

Der Institut für Kriegsforschung folgert: „Der Verlust von Sjewjerodonezk ist ein Verlust für die Ukraine in dem Sinne, dass jeder territoriale Verlust an die russischen Truppen ein Verlust ist - aber er wird nicht entscheidend sein für einen möglichen Sieg Russlands.“

Russland muss außerdem in einem anderen Bereich eine herbe Schlappe hinnehmen: Das Land steuert wegen der Sanktionen des Westens auf einen Zahlungsausfall zu. (smu mit Material von dpa)

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