+
Absperrungen vor dem Restaurant "Zizzi", das Ermittler auf Spuren von Nervengift untersuchen. Foto: Andrew Matthews/PA Wire

Moskau dementiert Kontakt

Skripal-Schulfreund: Vergifteter Ex-Spion bat Putin um Gnade

Reue und ein Gnadengesuch an Putin? Ein Schulfreund des vergifteten Ex-Doppelagenten Skripal berichtet von einem Brief an den russischen Präsidenten. Doch der weiß nichts davon.

London/Moskau (dpa) - Der vergiftete russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal soll den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Brief um eine Begnadigung gebeten haben. Das sagte ein ehemaliger Schulkamerad Skripals der BBC in einem Interview.

"Er schrieb Wladimir Putin an und bat um ein vollständiges Pardon und die Erlaubnis, Russland besuchen zu dürfen", berichtete Wladimir Timoschkow.

Moskau bestreitet jedoch, jemals einen Brief Skripals erhalten zu haben. "Nein, das ist nicht der Fall", antwortete Kremlsprecher Dmitri Peskow auf eine entsprechende Anfrage der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Timoschkow hatte Skripal eigenen Angaben nach im Jahr 2012 über dessen Tochter Yulia kontaktiert. Dieser habe bestritten, ein Verräter zu sein. Er habe sich nur der ehemaligen Sowjetunion verpflichtet gefühlt, nicht Russland, erinnert sich Timoschkow.

Trotzdem habe Skripal es bereut, ein Doppelagent gewesen zu sein, das habe sein Leben durcheinander gebracht. Skripal wurde 2006 in Russland verurteilt und kam vier Jahre später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs nach Großbritannien.

Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury entdeckt worden. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass sie mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden. Beide befinden sich seitdem in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Russland streitet jegliche Verantwortung für den Anschlag ab. Großbritannien und Russland haben bereits die Ausweisung von 23 Diplomaten des jeweils anderen Landes angeordnet.

BBC-Bericht mit Video - Englisch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

AfD-Kandidat sprach von „Negern“ und kassierte Abmahnung - nun zieht er in den Landtag ein
Dass ein AfD-Politiker aus Rosenheim auf der Bühne von „Negern“ spricht und auch Albaner pauschal als Diebe hinstellt, sorgte überregional für Empörung. Nun wird er im …
AfD-Kandidat sprach von „Negern“ und kassierte Abmahnung - nun zieht er in den Landtag ein
Wer sitzt denn nun im Landtag? Computerprobleme der Stadt München führen angeblich zu Verzögerung
Nach der Landtagswahl wartete ganz Bayern auf die Nachricht, wer von den Kandidaten im neuen Landtag sitzen wird. Angeblich sollte das mit dem Endergebnis aber noch …
Wer sitzt denn nun im Landtag? Computerprobleme der Stadt München führen angeblich zu Verzögerung
Ärger in CSU-Landesgruppe über Dobrindt
Es sind die Tage der Krisenbewältigung in der CSU. Auch in der Landesgruppe wird am Dienstag hart diskutiert. Zielscheibe ist jedoch nicht nur Horst Seehofer, sondern …
Ärger in CSU-Landesgruppe über Dobrindt
Diese Kandidaten ziehen in den Landtag ein - CSU-Größe verpasst den Sprung 
Am Tag nach der Landtagswahl in Bayern sind die Machtoptionen klar. Zwischen CSU und Freien Wählern könnte es schnell zum Deal kommen. Oder haben die Grünen doch noch …
Diese Kandidaten ziehen in den Landtag ein - CSU-Größe verpasst den Sprung 

Kommentare