Zugunglück an Bahnübergang in Penzberg: Eine tote Person

Zugunglück an Bahnübergang in Penzberg: Eine tote Person
+
Skandal-Enthüller Edward Snowden.

Er will in Deutschland aussagen

USA beharren auf Snowdens Auslieferung

Washington - Angesichts von Forderungen nach Asyl für Edward Snowden in Deutschland haben die USA weiter auf einer Auslieferung des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters bestanden.

Gegen Snowden (30) laufe in den Vereinigten Staaten ein Strafverfahren wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen, sagte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates von Präsident Barack Obama am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. "Er sollte so schnell wie möglich in die USA zurückgeschickt werden." In seiner Heimat werde er ein "rechtsstaatliches Verfahren" bekommen.

Der IT-Spezialist Snowden war als Angestellter des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton für den US-Geheimdienst NSA tätig und hatte Zugriff auf vertrauliche Informationen über die Spähprogramme des US-Geheimdienstes. Ende Mai setzte er sich mit den Geheimdokumenten von seinem damaligen Dienstort Hawaii in die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong ab. Dort begann er Anfang Juni damit, Unterlagen über die systematische Überwachung des Internets und das Ausspähen von Telefonverbindungen an die US-Zeitung "Washington Post", den britischen "Guardian" und andere Medien weiterzugeben. Die US-Justiz beschuldigte Snowden der Spionage und erließ einen internationalen Haftbefehl. Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter floh daraufhin nach Russland, das ihm am 1. August vorläufig für ein Jahr Asyl gewährte. Die Enthüllungen über die Spähaktivitäten der USA sorgten unterdessen weltweit für Empörung. Die NSA soll nicht nur die Kommunikationsdaten von hunderten Millionen Bürgern ausgeforscht, sondern auch internationale Spitzenpolitiker ins Visier genommen haben. Vergangene Woche wurde bekannt, dass offenbar das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überwacht wurde.

Grünen-Politiker Christian Ströbele hat den ehemaligen NSA-Mitarbeiter jetzt in Moskau besucht.

Nach dem Treffen mit Ströbele zeigte sich Snowden bereit, in Deutschland zu der Affäre, von der auch Kanzlerin Angela Merkel direkt betroffen sein soll, Stellung zu nehmen.

Die Bundesregierung zeigte zwar Interesse an dem Angebot des in Russland untergetauchten Snowden. Mit Blick auf komplizierte rechtliche Fragen zu einem Asyl des Amerikaners in Deutschland denkt sie jedoch eher an eine Vernehmung in Moskau. Unterdessen gerät der US-Geheimdienst NSA auch durch US-Internetkonzerne wie Google und Yahoo unter Druck, die sich gegen Spionageattacken wehren.

dpa/ afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schlechte Umfragewerte: Markus Söder distanziert sich von Horst Seehofer
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat ein wichtiges Datum im Visier: die Landtagswahlen am 14. Oktober. Die Umfragewerte sind jedoch mies und Söder hat …
Schlechte Umfragewerte: Markus Söder distanziert sich von Horst Seehofer
Keine Diskussion - für Putin ist Krim-Frage beantwortet
Donald Trump und Wladimir Putin treffen sich am Montag zum mit großer Spannung erwarteten Gipfel in Helsinki. Wir berichten im News-Ticker.
Keine Diskussion - für Putin ist Krim-Frage beantwortet
Merkel im Altenheim: Pflegeberuf durch gute Löhne stärken
In ihrer letzten Videobotschaft nannte die Kanzlerin Pflegende "Helden des Alltags". Nun besucht sie einen solchen Alltagshelden und betont: Dem Personalmangel muss mit …
Merkel im Altenheim: Pflegeberuf durch gute Löhne stärken
Italien lässt Migranten nach Seenotrettung an Land
Die Regierung in Rom erzwingt in der Migrationsfrage Zusagen der EU-Partner - und wird für ihr Vorgehen scharf kritisiert. In Libyen spielt sich unterdessen eine neue …
Italien lässt Migranten nach Seenotrettung an Land

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.