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Weltmeister 2014! Erfolgskanzlerin Merkel herzt Erfolgscoach Löw.

Beide stehen mit dem Rücken zur Wand

Nach Jogis WM-Aus: So eng ist Merkels Schicksal an das DFB-Team und Löw geknüpft

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Kabinenfotos und gegenseitiges Wertschätzen: Joachim Löw und Angela Merkel haben einen steilen Aufstieg hinter sich - und auch der Abstieg scheint aneinander geknüpft.

München - Noch grübelt Joachim Löw: Soll er weitermachen? Soll er zurücktreten? Das bitter-peinliche Aus der DFB-Elf wirft viele Fragen auf - und es kommt zu einer Zeit, in der es auch bei Kanzlerin Angela Merkel nicht so recht laufen will. Sie muss im Asyl-Streit mit CSU-Innenminister Horst Seehofer liefern. 

Erfüllt sie bis Sonntag seine Forderungen nicht, droht auch ihr ein Debakel. Denn dann könnte Seehofer einen Alleingang an den Grenzen über ihren Kopf hinweg entscheiden. Sie müsste ihn dann wohl entlassen. Es droht der Verlust ihrer Autorität - ihr Ruf ist schon jetzt mehr als angekratzt.

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Für Löw und Merkel geht es um ihr langes Erbe

Sowohl Löw als auch Merkel kämpfen aktuell um ihr über ein Jahrzehnt langes Erbe. Doch beide haben ihre besten Zeiten hinter sich. Merkels Aufstieg zur Kanzlerin begann 2005. Sie machte Deutschland zur absoluten Führungskraft in Europa, sorgte für wirtschaftlichen Aufschwung und führte das Land gar zum Export-Weltmeister. Sie stieg zur mächtigsten Frau der Welt auf, wurde überall hofiert. Was sie dabei übersah: Viele Menschen, die sich abgehängt fühlen. Sie vernachlässigte Investitionen in den Sozialstaat und überließ Italien und Griechenland dem eigenen Schicksal mit den Flüchtlingen aus Afrika und dem Nahen Osten. Das holte sie ein, als im Herbst 2015 tausende Migranten in Deutschland zuflucht suchten.

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Sie verpasste es fortan der Asylkrise Herr zu werden. Die Folgen: Deutschland verlor seine innenpolitische Stabilität, die Unzufriedenheit der Menschen machten sich bemerkbar - auch an den Wahlurnen. Der AfD liefen die Wähler zu, die großen Parteien verloren immens - und sie persönlich wurde zum Feindbild der Rechtspopulisten.

Schon 2006 lächelt Merkel den damaligen Co-Trainer Löw an.

Löw schaffte es, dass die ganze Welt Deutschland bewunderte

Und Löw? Seine Zeit beim DFB lief parallel zu der Merkels. 2004 kam er ins Amt des Co-Trainers von Jürgen Klinsmann, wurde bei der Heim-WM 2006 Dritter. Das Sommermärchen - es sollte nicht sein letztes bleiben. Er löste nach der Weltmeisterschaft Klinsmann ab, verpasste Deutschland einen modernen Spielstil, der in den Folgejahren von aller Welt bewundert werden sollte. EM-Finale 2008, Platz drei bei der WM 2010, Halbfinale 2012, und dann die Krönung: Weltmeister 2014 in Brasilien.

Zwar gelangen Löw auch dann noch bemerkenswerte Länderspiele inklusive dem EM-Halbfinale 2016, doch bergauf ging es seither nicht mehr. Pleiten in Test-Länderspielen wurden stets mit dem Hinweis weggewischt, man werde wie immer zum Turnier fit werden. Doch der DFB um Löw sollten irren. Nach drei Punkten aus drei Spielen war bei der WM 2018 Schluss nach der Vorrunde. Eine Blamage.

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Zur Erinnerung: Schon einmal waren die Schicksale von Bundestrainer und Kanzler eng verbunden: Nach der missratenen WM 1998 (Aus im Viertelfinale) trat Berti Vogts (71, CDU-Mitglied, Kohl-Fan) im September zurück. Nur wenig später verlor der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl († 87) die Wahl gegen Gerhard Schröder (SPD).

Ein Foto geht 2010 um die Welt: Angela Merkel schüttelt Mesut Özil die Hand.

Wie geht es bei Löw und Merkel weiter? Der Ausgang ist völlig offen

Von Merkel und Löw ist außerdem bekannt, dass sie sich schätzen. Die Bild-Zeitung berichtet: „Sie bewundert ihn. ER verehrt SIE. Man isst ab und an ein Cordon bleu. Verbunden sind beide im Erfolg.“

Wie weit das geht, war immer dann erkennbar, wenn sich Merkel in Jogis Erfolg sonnen konnte. Legendär die Bilder von ihr und den kaum bekleideten Spielern in der Kabine bei der WM 2010. Merkel schüttelt dem halb nackten Mesut Özil die Hand. Die Fan-Lieblinge Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski posieren mit ihr. 2014 lässt sie sich mit WM-Pokal an der Seite der Mannschaft ablichten - auch sie scheint den Gipfel erklommen zu haben. Diesmal sorgte Löw nicht für ihre PR.

Kabinenfoto 2014. Merkel, Löw und der Pokal.

Beide sind noch im Amt, beiden liegt viel daran, beide haben für Deutschland viel getan, doch beide stehen aktuell mit dem Rücken zur Wand. Ausgang: offen.

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