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Barbara Stamm empfing die Gäste auf Schloss Schleißheim.

Sommerfest mit 2.000 Gästen

So lief der Landtagsempfang auf Schloss Schleißheim

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Oberschleißheim - Es ist einer der schönsten Abende für die Politik in Bayern: Vor dem festlichen Schloss Schleißheim lädt der Landtag zu seinem Sommerfest. Diesmal ist die Stimmung: weltmeisterlich.

Horst Seehofer kommt ein wenig zu spät. Der Ministerpräsident, der ganz im Gegensatz zu Vorgänger Edmund Stoiber sonst eher zu früh bei Veranstaltungen auftaucht, hat noch einen wichtigen Termin dazwischengeschoben. Am Flughafen im Erdinger Moos ist ein Flugzeug gelandet. Das kommt bekanntlich öfters vor. Aber in diesem saßen Passagiere drin, die – mit kurzem Zwischenstopp in Berlin – aus Rio eingeflogen kamen. Und den etlichen frisch gebackenen Fußball-Weltmeistern, die meisten vom FC Bayern, wollte der Ministerpräsident natürlich persönlich die Hand drücken.

Jetzt steht er im festlichen Schlosspark und erzählt den Reportern, wie er Thomas Müller zu seinem Interview mit der kolumbianischen Fernsehreporterin beglückwünscht habe. Journalisten so derb über den Mund zu fahren – davon träumt der Ministerpräsident nicht nur in unruhigen Nächten.

Sommerempfang des Landtags - Bilder

Sommerempfang des Landtags - Bilder

Dabei gäbe es an diesem Abend gar keinen Anlass für schlechte Laune. Der Empfang des Landtags gilt als herausragende Festlichkeit im Freistaat. „Schön, dass es Sie alle gibt“, hat Präsidentin Barbara Stamm die Gäste begrüßt. Das ist natürlich ein bisschen geschwindelt, aber an diesem Abend ruhen die politischen Scharmützel.

Niemand spricht mehr von der ärgerlichen Affäre, die noch vor einem Jahr die Stimmung trübte. Stattdessen tummeln sich viele Neu-Mitglieder im festlichen Garten: Katharina Schulze, immerhin schon Vize-Vorsitzende der Grünen-Fraktion, ist erstmals offiziell hier. Das letzte Mal kam sie noch als Mitarbeiterin von Theresa Schopper. „Jetzt ist das schon was anderes“, sagt sie lächelnd.

Auch ein paar Ehemalige sind da – beispielsweise Christa Stewens oder Franz Maget. Beide wirken wesentlich entspannter als die FDP-Politiker, die ihre Büros im Herbst unfreiwillig räumen mussten. „Ein bisschen fehlt’s einem schon“, raunt Ex-Fraktionschef Thomas Hacker, nachdem er eine Landtagsmitarbeiterin zur Begrüßung umarmt hat. „In viereinhalb Jahren sind wir wieder da“, verspricht er ihr.

Markus Söder erzählt nochmal das WM-Finale nach

Die Stimmung ist beschwingt, weltmeisterlich gar. Finanzminister Markus Söder, bekennender Club-Fan, erzählt noch einmal das WM-Finale nach und findet – Achtung! – lobende Worte für den FC Bayern. Und selbst Horst Seehofer behält freundlich die Contenance, als ihn die unvermeidliche Gabriele Pauli in ein Gespräch verwickelt. Nein, der Landtag vergisst wirklich keinen seiner Ehemaligen.

Vielleicht aber ist dieser Empfang auch deshalb so ein schönes Fest, weil sich hier kaum C-Promis und Adabeis blicken lassen – obwohl die Einlasskarten heiß begehrt sind. Stattdessen werden neben den Entscheidern aus Politik, Verbänden und Medien viele ganz normale Leute eingeladen.

 „Ein Bürgerfest“ sei das inzwischen, sagt Barbara Stamm stolz. Die ehemalige Sozialministerin hofiert auf diese Weise die Ehrenamtlichen, ohne die der Freistaat manchmal kaum funktionsfähig scheint. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Engagierten bei der Flüchtlingshilfe und der Betreuung von Asylbewerbern. „Gerade in diesen Tagen, in denen wieder viele Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen, wird deutlich, was die Ehrenamtlichen Großartiges in Zusammenarbeit mit den Kommunen vor Ort leisten“, sagt die Landtagspräsidentin.

Aber es sind auch Bergwachtler aus halb Europa da, die im Juni einen Forscher aus der Riesendinghöhle bargen. Ihre Uniformen fallen auf zwischen all den Anzügen und Abendkleidern. Sie bekommen sogar ein echtes kulturelles Highlight zu sehen: die „Junior-Company“ des Bayerischen Staatsballetts, für die der Schlosspark ein würdiger Rahmen ist.

Geredet aber wird in erster Linie über Fußball. Seehofer erzählt, dass Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger vor allem heim und ins Bett wollten. Für den SPD-Landesvorsitzenden Florian Pronold wäre das vielleicht auch vernünftiger. Aber fürs Heimgehen hat er viel zu gute Laune: Er darf am nächsten Morgen um 5.15 Uhr aufstehen. Jawohl: darf! Denn am Vormittag wird der Staatssekretär im Bildungsministerium erstmals in Vertretung seiner Ministerin im Berliner Kanzleramt an Angela Merkels Kabinettstisch Platz nehmen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Mike Schier

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