Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur: Markus Söder mutiert zum politischen Raubtier und drückt seinen Konkurrenten Armin Laschet an die Wand.
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Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur: Markus Söder mutiert zum politischen Raubtier und drückt seinen Konkurrenten Armin Laschet an die Wand.

Historisches Unions-Duell um Kanzlerkandidatur

Kommentar: Söder schlägt Laschet in der Fraktion - die Angst der CDU vor dem schwarzen Riesen

  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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Markus Söder hat das Duell in der Bundestagsfraktion der Union gegen Armin Laschet gewonnen. Das hält ihn, vor dem der CDU graut und der sie gleichzeitig fasziniert, im Rennen.

München - Es ist noch nicht lange her: Am Sonntag erst versprach Markus Söder*, nicht so sein zu wollen wie einst Strauß. Jetzt ist er doch zu jenem mutiert: ein politisches Raubtier, kraftvoll, gerissen, furchteinflößend und skrupellos. In der Bundestagsfraktion hat er seinen Rivalen Armin Laschet* am Mittwoch in einem historischen Duell an die Wand gedrückt. Er hat Begeisterung geweckt in einer Union, in der seit Jahren nur noch geschäftig moderiert wird, wo graue Parteiapparatschiks in ihren Gremien den Ton angeben und mediokre Figuren zu ihren Anführern wählen. Leute wie Laschet eben. Durch und durch anständig. Aber eben auch langweilig, weil sich mit ihnen keine Erwartungen für die Zukunft verbinden.

Söder hat den Strauß gegeben: Seine Stärke ist auch seine große Schwäche - CDU fürchtet das Söder-Kommando

Söder hat den Strauß gegeben. Oder, je nach Geschmack, den Merz*, den anderen schwarzen Riesen, dem er sich soeben selbst noch in den Weg stellte. Doch Söders Stärke ist zugleich seine große Schwäche. Es ist sein ungezügelter Machtwille, der aus jeder Pore strömende Führungsanspruch, der ihn für viele Wähler nach 16 Jahren Merkelei so sexy macht – und zugleich so unerträglich für die große Staatspartei CDU*, die sich keinen böseren Albtraum ausmalen kann, als acht oder zwölf Jahre nach der Pfeife des ebenso ruchlosen wie herrschsüchtigen CSU-Chefs tanzen zu müssen.

Kanzler-Showdown in der Union: Söder zerreißt Laschet-Empfehlung der CDU - und attackiert Partei-Granden

Den Anschauungsunterricht für begriffsstutzigere Hinterbänkler hat Söder selbst geliefert, als er zu Wochenbeginn die einmütige Empfehlung des CDU-Präsidiums für Laschet entgegen allen vorherigen Zusicherungen in der Luft zerriss und wie ein zorniger Volkstribun die CDU-Granden der Hinterzimmerkungelei bezichtigte. Da war sie wieder, jene unberechenbare CSU*, die schon 2018 die Union an den Rand des Abgrunds geführt hatte.

Söder setzt alles auf eine Karte. Ermutigt die Putschisten in der Schwesterpartei. Blamiert deren Führung. Demontiert Laschet. Und will wissen, vor wem die CDU mehr Angst hat: vor ihm – oder dem Machtverlust. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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