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Privataudienz: Im vergangenen Juni besucht Horst Seehofer Papst Franziskus. Ilse Aigner (l.) und Barbara Stamm durften auch mit. Die nächste Audienz sorgt nun für Ärger.

Alle Wege führen nach Rom

Söder und Aigner: Wer schafft's zuerst zum Papst?

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München/Rom - Markus Söder und Ilse Aigner liefern sich einen kuriosen Wettlauf, wer zuerst den Heiligen Vater trifft.

Der 8. September sollte eigentlich ein großer Tag für den Protestanten Markus Söder werden. Privataudienz beim Papst! Dazu noch ein Treffen mit dem italienischen Finanzminister. Wichtige Gespräche, schöne Bilder. Die Reise war seit Wochen geplant, hatte auch in Regierungskreisen die Runde gemacht. Jetzt ist sie abgesagt – und ein besonders schönes Beispiel dafür, wie absurd das Wettrennen um die Nachfolge von Horst Seehofer zuweilen verläuft.

Die unerwartete Wende kommt in der vergangenen Woche: Auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner kündigt einen Ausflug in den Vatikan an, und zwar – so ein Zufall! – just eine Woche vor Söder. Am 2. September. Die Ministerin hatte bereits im Juni 2014 im Gefolge von Horst Seehofer Franziskus ihre Aufwartung gemacht, diesmal nimmt sie nur an einer Generalaudienz teil. Aber für ein schönes Foto mit dem Kirchenoberhaupt reicht auch das.

Söder wird am vergangenen Mittwoch von der Nachricht kalt erwischt, witzelt aber spontan: „Dann können wir ja auch zusammen fahren.“ Tatsächlich hat er darauf eher wenig Lust. Nach Informationen unserer Zeitung dringen Söders Mitarbeiter am Donnerstag im Vatikan mit Macht auf eine Vorverlegung der Audienz – und zwar vor den 2. September. Vergeblich.

In Söders Umfeld wird diese Darstellung entschieden dementiert. Doch Tatsache ist: Am Freitag sagt der Finanzminister seine Reise ab, weil – noch so ein Zufall! – just am Freitag für den 8. September ein Treffen der CDU/CSU-Ministerpräsidenten und -Finanzminister in München vereinbart wird. Die Reise zum Papst soll irgendwann nachgeholt werden. Ganz weit weg von Ilse Aigner.

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