1. Startseite
  2. Politik

Brief an Ampel-Minister: Söder fordert neuen Mautplan für Bayern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Deutschländer

Kommentare

Markus Söder im MAN-Werk Nürnberg
Markus Söder im MAN-Werk Nürnberg - der Ministerpräsident will Brummis einen neuen Weg weisen (Archivbild). © Daniel Karmann/dpa/picture-alliance

Der Brenner-Verkehr ist Dauerstreitthema in Bayern. Markus Söder will jetzt Lkw einen neuen Weg weisen - ein entsprechender Brief an Ampel und EU liegt dem Merkur vor.

München – Neuer Maut-Plan für Bayern: Mit höheren Sonder-Gebühren für die Autobahnen nach Süden will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Brummi-Flut zum Brenner verringern. Söder regt an, die Lkw-Mautsätze auf den Strecken durch Oberbayern spürbar anzuheben.

Ein Problem auf der Brenner-Route seien die „relativ niedrigen Mautgebühren“, schreibt Söder in einem Brief an den neuen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Das Schreiben liegt dem Münchner Merkur vor.

Söder sieht Bayerns Autobahnen stark belastet - und fordert von der Ampel neue Lkw-Maut

Bis zu 50 Prozent Aufschlag seien dank der Eurovignetten-Richtlinie auf stark belasteten Abschnitten EU-rechtlich möglich, schreibt Söder. Er beklagt, die bisher vergleichsweise niedrige Maut „führt dazu, dass Lkw-Fahrer aus den Niederlanden und dem Westen Deutschlands statt der deutlich kürzeren Gotthard-Route einen langen Umweg über den Brenner wählen und damit nicht nur den Alpenpass selbst, sondern auch die ohnehin stark belasteten Autobahnen in Bayern zusätzlich beanspruchen“.

Wenn Deutschland wie Österreich die Mautsätze hochsetzen würde, werde der Brenner unattraktiver. Es gebe dann eine „Verlagerung von Lkw-Verkehr auf die Schiene und eine Verbesserung der Stausituation am Brenner“. Eine konkrete Maut-Höhe nennt Söder nicht, spricht in dem Brief von einem „verhältnismäßigen Rahmen“.

CSU-Chef erkennt nun „gemeinsames Verständnis“ mit Tirol: Söder nimmt Brenner-Lage ins Visier

Die Idee mit der Maut ist nicht ganz neu, in Südtirol zum Beispiel wird seit Jahren darüber gesprochen. Söder greift das nun aber erstmals auf. Sein Brief nach Berlin – er liegt auch der EU-Kommission vor – enthält dafür keine schrillen Attacken auf die Nachbarn in Tirol und deren Blockabfertigung. Söder weist auf massive Nachteile für Umwelt und Verkehrssicherheit hin, außerdem auf Nachteile für die Transportketten, er fordert ein Eingreifen der EU. Er spricht aber auch von einem „gemeinsamen Verständnis“ zwischen Tirol und Bayern, dass man die Situation auf der Brenner-Route verbessern müsse.

Gleichzeitig fordert Söder in dem Schreiben an Wissing mehr Tempo beim Planen des Brenner-Nordzulaufs. Die Schienen-Trasse südlich von München müsse „weitgehend unterirdisch“ verlaufen. Ziel sei „maximale Anwohnerfreundlichkeit, das heißt Lärm- und Landschaftsschutz“. Vor Ort gibt es erhebliche Widerstände gegen die bisher vorgeschlagenen, zumeist oberirdischen Trassen. (cd)

Auch interessant

Kommentare