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Horst Seehofer und Markus Söder - am Tag der Ministerpräsidentenwahl im Bayerischen Landtag.

In neuer Söder-Biografie

CSU-Informanten behaupten: Darum können sich Söder und Seehofer nicht leiden

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Über Monate hat der Konflikt der CSU-Alphamänner Söder und Seehofer Bayern in Atem gehalten. Eine Biografie will nun klären, warum sich die beiden nicht grün sind.

München - Zwei Männer, die sich nicht mögen. Diese Konstellation kommt in der Politik schon mal vor. In Bayern hielt sie zuletzt aber über Monate die Landespolitik in Atem: Endlose Wochen rangen Horst Seehofer und Markus Söder um die Macht in der CSU und im Freistaat - bis Söder schließlich das Ministerpräsidenten-Amt eroberte. Ein selbst für bayerische Verhältnisse ungewöhnlich zäher Machtübergang. In dem Seehofer nach eigenen Aussagen zwischenzeitlich „Demontagen“ durch Parteifreunde erlebte.

„Bei den beiden grenzt das schon an Hass“

Was das Publikum ohnehin längst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermutete, beleuchtet eine am Dienstag veröffentlichten Biografie Markus Söders - neben den zahlreichen Wandlungen des neuen Ministerpräsidenten - genauer: Den Umstand, dass sich Söder und Seehofer nicht ganz grün sind. Und die Frage, wie es dazu kam.

Dass es die Antipathie gibt, daran lässt das Buch kaum einen Zweifel. „Bei den beiden grenzt das schon an Hass“, zitieren die Autoren Roman Deininger und Uwe Ritzer in ihrer Biografie „Markus Söder - Politik und Provokation“ etwa einen Informanten aus der CSU: der Konflikt sei „schon lange nicht mehr rational“.

„Ein Egomane geht dem anderen natürlich auf den Sack“

Bei der Suche nach den Gründen findet sich hingegen ein recht bunter Strauß an pikanten Thesen. Die einfachste steckte den Biografen eine „CSU-Frau“, die selbst schon „hohe Ämter bekleidet“ habe. „Man braucht sich bei den Psychogrammen nicht zu verkünsteln“, lässt sie sich zitieren. „Ein Egomane geht dem anderen Egomanen natürlich auf den Sack.“ Eine Äußerung, aus der freilich auch eine gewisse Distanz gegenüber beiden CSU-Alphamännern zu sprechen scheint.

Ansonsten sprechen die Äußerungen beider Lager in dem Buch für sich. Auf der einen Seite werfen Seehofer-Getreue Söder in ihren Einlassungen Prinzipienlosigkeit vor. „Der Horst erkennt das politische Talent vom Markus schon an“, gibt ein Interview-Partner aus dem Seehofer-Lager zu Protokoll. „Aber wofür verwendet er dieses Talent? Nur zum eigenen Nutzen.“ Seehofer sei ein Mann mit Prinzipien, Söder ein kalter Opportunist.

Lesen Sie auch: Zehn Jahre „König Horst“ in Bayern - die große Seehofer-Bilanz

Auf der anderen Seite deuten Freunde Söders an, Seehofer habe ein Problem mit Söders forschem Auftreten - das Söder aber auch bewusst forciert habe. Der fränkische Ministerpräsident habe selbst einmal eine klare Strategie im Umgang mit Seehofer beschrieben: „Der Horst ist groß, wenn der mit anderen redet, werden die kleiner. Ich nicht. Ich stelle mich extra breitbeinig hin, und das kann er nicht haben.“ Als einziger im Kabinett lasse er sich nicht anblaffen, soll Söder dereinst gesagt haben - so wird es ihm zumindest zugeschrieben.

„Söders Problem ist, dass man ihm alles zutraut“

An Beispielen für Konfrontationen zwischen Seehofer und Söder mangelt es den Autoren nicht. Ob die mutmaßliche Männer-Feindschaft aber auch einen ganz konkreten Anlass hat, darüber können indes auch sie nur spekulieren. Eine „Begebenheit, auf die man immer stößt, wenn man die Wurzel des Konflikts zwischen Seehofer und Söder sucht“ sei aber die von der Bild im Jahr 2007 publik gemachte frühere Affäre Seehofers. 

Unter Seehofer-Freunden habe man Söder verdächtigt, die Information durchgestochen zu haben. Dies sei aus dem Söder-Lager aber stets empört zurückgewiesen worden, heißt es in dem Buch. Eindeutig für Söder spreche, dass er zum damaligen Zeitpunkt keine schlüssige Motivation für eine solche Attacke gehabt habe - und dass in Berlin schon zuvor getuschelt worden sei.

Das lakonische Urteil der Autoren zu der Frage: „Söders Problem in dieser Sache ist, dass man ihm praktisch alles zutraut, diesen Ruf hat er sich erworben.“ Ein gewisses Image-Problem, auf das auch Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) pünktlich zur Kür Söders nochmal zum Ministerpräsidenten hinwies.

Schon einmal war das Heimatministerium der Knackpunkt

Amüsant mutet angesichts der aktuellen Querelen um Horst Seehofers Berliner Heimatministerium übrigens auch eine andere Anekdote aus dem Buch an: Ausgerechnet die angeblich schlecht vorbereitete Einführung des bayerischen Pendants habe Söder 2014 zum Machtausbau genutzt, schreiben Deininger und Ritzer.

„Wie so ein Ministerium genau aussehen könnte“ habe Seehofer damals nämlich „noch nicht durchdacht“ gehabt, zitieren sie einen ihrer Informanten. Söder habe die Sache dann einfach „dreist, aber auch ziemlich geschickt“ an sich gezogen. Diesmal wird Söder diesen Job wohl nicht übernehmen - er hat jetzt in München viel zu tun.

Das Buch: Roman Deininger, Uwe Ritzer: „Markus Söder - Politik und Provokation“, Droemer Verlag, 19,99 Euro

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fn

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