Georg Anastasiadis
+
Georg Anastasiadis

Kommentar

Antreiber in der Coronakrise: Söder ersetzt Merkel - ein Satz fällt, der ihn zum Kanzler machen könnte

  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
    schließen

Wer hat das Zeug zum Bundeskanzler? Mit seinem entschlossenen Handeln in der Coronakrise unterstreicht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seinen Anspruch auf die Macht.

  • Das Coronavirus beschäftigt auch die bayerische Politik.
  • Ministerpräsident Markus Söder steht daher aktuell vermehrt im Fokus - und macht seine Sache mehr als ordentlich.
  • Sein aktuelles Handeln könnte ihm sogar die Kanzlerschaft bringen. Ein Kommentar

München - In Krisenzeiten schlägt die Stunde der Exekutive. Dann zeigt sich, wer bereit und in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen und der verunsicherten Bevölkerung das Vertrauen in die Tatkraft des Staates zurückzugeben – so wie Helmut Schmidt bei der legendären Hamburger Sturmflut oder Gerhard Schröder beim großen Elbhochwasser. 

Corona-Krise in Deutschland: Markus Söder geht anstelle Merkels voran

Verglichen mit diesen regional begrenzten Naturkatastrophen ist die Coronakrise eine Jahrhundert-Herausforderung. Auffällig ist, dass die dafür vorgesehenen Regierungsspitzen das Krisenmanagement wochenlang verweigerten: Die Kanzlerin schwieg, Gesundheitsminister Jens Spahn zauderte, Wirtschaftsminister Altmaier laberte. Es war stattdessen der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der als erster alle Großveranstaltungen absagte, die Schulen schloss. Und er war es auch, der am „schwarzen Donnerstag“, als die Finanzmärkte in die Knie gingen wie nie zuvor in der Geschichte, jenes Versprechen abgab, zu dem sich die – neben ihm sitzende – müde Kanzlerin schon nicht mehr aufraffen konnte: dass Deutschland alles Notwendige tun werde, um den Corona-Infarkt zu verhindern.

Coronavirus: Söder überzeugt - es war der Satz, der Kanzler machen könnte

Es war Söders Draghi-Moment. Alles, was am Tag darauf passierte – die wie fallende Dominosteine verkündeten Schulschließungen aller anderen Bundesländer, die Zusage der Regierung, die Wirtschaft mit notfalls unbegrenzten Krediten vor dem Systemzusammenbruch zu bewahren – folgte Söders „Whatever-it-takes“-Aufruf. Es war der Satz, der Kanzler machen könnte. 

Wer wird Angela Merkel als Kanzler(in) nachfolgen? Eine neue Umfrage sieht Söder vorn - auch in einer Koalition mit den Grünen.

Der Auftritt Gerhard Schröders im Wirtschaftsausschuss des Bundestags war keine Sternstunde des deutschen Parlamentarismus. Als Staffage für eine billige Lobbyisten-Show sollten sich unsere Abgeordneten zu schade sein. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Auch interessant

Kommentare