Markus Söder hält im Penzberger Roche-Entwicklungslabor ein Rackpack für einen Antikörpertest in die Kamera.
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Tests als Freiheit - Markus Söder hält im Penzberger Roche-Entwicklungslabor ein Rackpack für einen Antikörpertest in die Kamera.

Kommentar zu Corona-Tests

Gewissheit im Corona-Wahnsinn: Bayern sollte sich diese kleine Freiheit bewahren

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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Noch vor einem Jahr war die „Corona-Normalität“ undenkbar. Beim Durchhalten hilft in Bayern auch eine kleine Test-Freiheit - sie ist ihr Geld wert, meint Sebastian Horsch.

Eine Erkenntnis aus der Corona-Epidemie liegt darin, wie man sich mit einer Realität arrangiert, die noch vor einem Jahr undenkbar schien. Täglich steigen die Neuinfektionen, Maßnahmen-Gegner demonstrieren, die Kanzlerin ruft zum Zuhausebleiben auf. Das alles ist sehr unschön, aber zunehmend stellt sich im Umgang mit dem Wahnsinn auch eine seltsame Routine ein.

Merkur-Redakteur Sebastian Horsch.

Kommentar zur Corona-Lage in Bayern: 700.000 mal Gewissheit durch Gratis-Tests

Wir werden durchhalten müssen. Denn nach allem, was man weiß, wird auch ein erster Impfstoff das Rad nicht sofort auf die Vor-Corona-Zeit zurückdrehen. Die Masken könnten erst einmal bleiben und zunächst wohl auch die bange Frage, ob man sich angesteckt hat. Dass man in Bayern schon heute zumindest darüber relativ einfach Gewissheit erlangen kann, ist da eine echte Erleichterung. Denn anders als in anderen Ländern ist der Corona-Test im Freistaat auch ohne Symptome kostenlos – und soll es bleiben. Mehr als 700.000 Bayern haben dieses Angebot in den ersten drei Monaten bereits angenommen. 700.000 mal Erleichterung – oder Gewissheit.

Es gibt natürlich auch gute Argumente, die gegen die bayerische Regelung sprechen. Wenn sich jeder nach Bauchgefühl testen lassen kann, ist das weniger systematisch und deutlich teurer. Und mit Sicherheit wahr ist, dass medizinisches Personal im Zweifel immer den Vortritt haben muss. Doch solange die Kapazitäten es erlauben, bieten kostenlose Tests für Jedermann uns allen ein kleines bisschen mehr Freiheit. In diesen eingeschränkten Zeiten ist das sein Geld wert.

Sebastian Horsch

Die Corona-Lage in Bayern:

Das Coronavirus ist in Bayern weiter auf dem Vormarsch. Am Sonntag (25. Oktober) meldete das Landesamt für Gesundheit 20 Städte und Landkreise über dem Wert von 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche.

Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München ist von Sonntag auf Montag weiter gestiegen: von zuvor 100,6 auf nun 114,5.

An der bayerisch-österreichischen Grenze gibt es unterdessen Diskussionsbedarf wegen der neuen Regeln. Berufspendler aus Österreich brauchen ein Attest - ihre bayerischen Gegenüber oder Skiurlauber nicht.

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