Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzt seine Maske ab.
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Strebt einen größeren Frauen-Anteil in höheren Position innerhalb der CSU an: Markus Söder spracht auf der Versammlung der FU.

Ministerin schildert schwere Corona-Infektion

Versammlung der Frauen-Union: Söder wird deutlich - „Ich wundere mich immer noch“

  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Markus Söder will mehr Frauen in verantwortlichen Positionen bei der CSU einsetzen. Dabei nimmt er auch Berlin in den Blick. Das erklärte der Parteichef auf einer FU-Versammlung.

  • In der Union wird über eine Frauen-Quote debattiert.
  • CSU-Chef Markus Söder macht sich bei einer Versammlung der FU für mehr Frauen in Führungspositionen seiner Partei stark.
  • Dabei hat der bayerische Ministerpräsident auch Berlin im Blick.

Nürnberg - CSU-Chef Markus Söder hat seiner Partei nochmal ins Gewissen geredet, die Frauen-Förderung ernster zu nehmen. „Ich wundere mich immer noch, warum wir in der CSU Debatten führen, die in der Gesellschaft selbstverständlich sind“, sagte er als Redner der virtuellen Landesversammlung der Frauen-Union. „Wir brauchen die Quote, die Verstärkung der Quote, in der gesamten Partei.“

Das Thema ist heikel in der CSU*, seit auf dem Parteitag 2019 der Leitantrag zum Ausbau der Quote krachend scheiterte; teils auch am Widerstand junger Frauen. Söder will sich damit nicht zufrieden geben. Er kündigte nun am Samstag an, auch das Berliner Kabinett so umzubauen, dass künftig CSU-Frauen im Ministerrang vertreten sind. „Es treibt mich um, dass wir in Berlin viel zu wenig Frauen in Verantwortung haben. Das geht auf Dauer nicht, dass unter drei Ministern keine Frau ist.“ Die CSU sei „nicht nur für eine bestimmte Zielgruppe da“.

Frauen-Quote in der CSU: Nur jedes fünfte Parteimitglied ist weiblich

Faktisch hat die CSU auch unter Söder zwar den Frauenanteil im bayerischen Kabinett gesteigert - 50 Prozent Ministerinnen. Die Parteibasis ist aber noch immer zu 80 Prozent männlich, kaum Bewegung erkennbar. Die FU verlangt mehr Führungsverantwortung - andere Teile der Partei fordern von der FU, ihren Mitgliederbestand möglichst vollständig in die Gesamtpartei einzubringen.

„Ohne Frauen ist keine Volkspartei zu machen“, sagt FU-Chefin Ulrike Scharf aus Erding. Sie erinnert daran, dass CDU und CSU statistisch von mehr Frauen als Männern gewählt würden. Scharf ruft die CSU-Frauen zu mehr Lautstärke und Selbstbewusstsein auf. Sie sollten mutiger bei den anstehenden Durchwahlen in Orten und Kreisen antreten. „Wir müssen Freude an Macht entwickeln - das ist nichts Schlechtes.“

Will „Freude an Macht entwickeln“: Ulrike Scharf ist als Chefin der Frauen-Union für mehr Mitbestimmung der Frauen in der CSU.

Frauen-Quote in der CSU: Digitalministerin Gerlach schwenkt um

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (34) sprach sich ebenfalls für eine Quote aus. Früher sei sie dagegen gewesen („Wer will schon ’ne Quoten-Tante sein“), inzwischen habe sie die „gläserne Decke“ realisiert. Es reiche nicht, „pseudomäßig zu sagen, Frauen seien wichtig“.

Inhaltlich stellt sich die FU hinter den Corona-Kurs der Staatsregierung. Scharf schilderte der Landesversammlung mehrere Corona-Fälle* in ihrer Familie. Ihre Schwägerin sei drei Wochen in der Klinik gelegen, beatmet worden, habe zehn Kilo verloren. „Sie ist heute, ein halbes Jahr danach, noch nicht komplett wieder fit.“ Die Virus-Gefahr zu leugnen, sei „absolut unverantwortlich“.

Söder deutete an, weiter auf Maskenpflicht, wo nötig, auch in Schulen zu setzen. „Kinder kommen insgesamt sehr gut mit Maske zurecht. Besser als manche Erwachsene.“ (Christian Deutschländer) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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