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„Ich wäre fast vom Sofa gefallen“: Söders CSU-Spot zur Bundestagswahl irritiert

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Von: Cindy Boden

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Markus Söder im Wahlwerbespot der CSU
Markus Söder im Wahlwerbespot der CSU © Screenshot: Markus Söder/CSU-Spot/Twitter

Söder in der Natur, Söder im Interview, Söder auf dem Fahrrad: Der neue CSU-Wahlwerbesport rückt den Chef in den Fokus. Manchen verwundern seine Aussagen.

München/Berlin - Man könnte fast meinen: verkehrte Welt! Während die Grünen zuletzt in ihrem Wahlwerbespot ein Volkslied umdichteten, kommt Markus Söder in dem Clip der CSU einmal mehr als Politiker mit grünen Eigenschaften daher. Söder umarmt nun nicht mehr nur Bäume, sondern lässt die Hand nachdenklich über Gras schweifen und fährt demonstrativ mit dem Fahrrad durch die Straßen. Rad-Geräusche, Vögel zwitschern, Insekten summen.

Rund vier Wochen vor der Bundestagswahl 2021 will die CSU mit ihrem circa 1:30 Minuten langem Video herausstellen, dass sie als Partei mit „Copy Right“ die bayerischen Interessen in Berlin vertritt. Der Spot setzte dabei einzig und allein auf den Vorsitzenden der Christlich-Sozialen Union. Söder schildert in einer Interview-Situation die aus seiner Sicht aktuelle Lage und drängende Aufgaben.

Söder im CSU-Wahlwerbespot zur Bundestagswahl: „Ich habe meinen Kindern versprochen...“

„Wir leben in einem unglaublichen Gewirr von Stimmungen, Lobbygruppen und zum Teil extremen Positionen“, führt Söder ein. Er grenzt sich rasch von der Konkurrenz ab: „Die einen fordern die völlige Abkehr von jeden Regeln und die anderen wollen die Menschen in ein Zwangskorsett stecken und den ganzen Tag belehren.“

Ein Stück weit wird Söder auch privat, wenn er auf die Kinder - auch die eigenen - zu sprechen kommt: „Ich habe meinen Kindern versprochen, dass, wenn ich Verantwortung habe, ich alles nach bestem Wissen und Gewissen tue, dafür, dass wenn wir Probleme erkennen, die auch lösen.“ Eines der wichtigsten sei dabei: „Diese Welt zu erhalten, sie ein Stück weit auch zu retten.“

Video: Das sagt CSU-Chef Markus Söder nach dem ersten TV-Triell

Söder spricht vom „Copy Right für die Interessen Bayerns auf Bundesebene“ - Verkehrsminister Scheuer mehrfach Thema in den Kommentaren

In den Kommentaren auf Twitter unter dem Posting von Markus Söder greifen Nutzer dessen Bayern-Berlin-Aussagen auf: „Wir haben schon das Copy Right für die Interessen Bayerns auf Bundesebene und wir tun das nicht übertrieben, aber doch schon sehr nachhaltig umsetzen.“ Die Antreiber-Funktion, auch als Partei, vergisst er dabei nicht zu erwähnen. (Verspielt Laschet Merkels Erbe? Mit unserem Politik-Newsletter erfahren Sie stets alle Neuigkeiten zur Bundestagswahl.)

Die Worte „nicht übertrieben“ und „nachhaltig“ stoßen manchen dann aber sauer auf: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wird immer wieder als Negativbeispiel angeführt - mit Geldern für Forschungszentren in München oder der PKW-Maut. „Ich wäre fast vom Sofa gefallen. Vor Lachen!“, kommentiert eine Userin dazu, die in ihrem Profil die Grünen erwähnt. Auch dass Laschet in dem Spot nicht vorkommt, verstehen manche nicht recht. „Doch heimlicher Kanzlerkandidat? #Laschetkannsnicht“, heißt es etwa. Doch es ist eben ein Video nur von der CSU, die Schwesterparteien führen neben gemeinsamen Auftritten auch eigenständig Wahlkampf. Jemand postet schnell aber noch den Spot der SPD unter Söders Video. Den, der bekannte CDU-Politiker auf Matroschkas aufgreift und über den es viel Kritik gab.

„Versuch, bei den Grünen zu fischen“: Reaktionen auf den CSU-Spot zur Bundestagswahl

Und so ganz realistisch hält jemand die Bilder dann doch nicht und stutzt über Söders Frisur: „Die Haare müssten vom Helm plattgedrückt sein. Oh wait, ist das der Realismus der letzten 15 Jahre Union? Helm ab und die Friese sitzt?“ Jemand anderes hält wiederum fest: „Versuch bei den Grünen zu fischen, ohne den eigenen Kandidaten einmal zu erwähnen und gleichzeitig mit einem nicht wählbaren zu werben. Aber Glückwunsch die Kulisse ist gut gewählt.“

Ein klein wenig mehr Lob gibt es auch: „Der Spot ist gar nicht schlecht gemacht, modern, weil er auf smoothe Zukunft abzielt: Stadt, Umwelt, Natur, Fortbewegung. Er hat die Person u Bayern im Bild, versucht Vertrauen darauf zu fokussieren.“ Aber: „Was halt fehlt ist Ernsthaftigkeit, Glaubwürdigkeit u a echtes Sachprogramm.“ (cibo)

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