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Finanzminister Markus Söder (CSU) macht sich jenseits von Geld und Zahlen zum Fürsprecher der Muslime. Der Islam sei ein Bestandteil Bayerns, sagte er.

Söder: "Islam ist Bestandteil Bayerns"

Nürnberg - Finanzminister Markus Söder (CSU) macht sich jenseits von Geld und Zahlen zum Fürsprecher der Muslime. Der Islam sei ein Bestandteil Bayerns, sagte er.

Wie erst jetzt bekanntgeworden ist, sagte er auf dem Kulturfest der staatstreuen türkischen Ditib-Gemeinde in Nürnberg kürzlich vor etwa 1000 Zuhörern im Festzelt: “Der Islam ist ein Bestandteil Bayerns.“ Damit geht Söder sehr deutlich über bisherige Äußerungen in der CSU zum Thema Islam hinaus. Die türkische Gemeinde hat das positiv aufgenommen. “Es gab großen Beifall“, sagte Fikret Bilir, der stellvertretende Vorsitzende von Ditib in Nürnberg. “Wir hoffen, dass er standhaft bleibt.“

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hatte 2010 von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und anderen CSU-Politikern noch scharfen Protest für seine Äußerung geerntet, der Islam gehöre zu Deutschland. Manche Zuhörer waren daher auch von Söders Rede überrascht. “Ich habe zuerst geglaubt, ich hätte mich verhört“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Weikert.

Der Finanzminister war am Mittwoch nicht zu erreichen, weil er mit der Familie im Urlaub ist - in der Türkei. Söder sei ein Freund der Türkei, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Türkisches Leben sei Realität in Deutschland, die Religion Bestandteil Bayerns. Die Menschen gehörten zu Bayern, erläuterte der Sprecher Söders Position.

Kurz vor seinem Auftritt bei Ditib in Nürnberg war Söder noch auf Dienstreise in Istanbul, wo unter anderem eine Partnerschaft von Flughafen und Messe Nürnberg mit Turkish Airlines vereinbart wurde. Söder hatte sich dort auch mit dem Mufti zu einem Religionsgespräch getroffen. “Er hat uns schöne Grüße überbracht“, sagte Bilir dazu. Ditib ist der von der türkischen Regierung anerkannte und geförderte Verband türkischer Moscheen in Deutschland. Radikale muslimische Gruppen wie die Salafisten werfen den Ditib-Gemeinden vor, sie seien zu kompromissbereit.

dpa

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