Armin Laschet (links) und Markus Söder (rechts). (Archivbild)
+
Der Union blühen turbulente Tage: Markus Söder (re.) ist ebenso zur Kanzlerkandidatur bereit wie Armin Laschet. (Archivbild)

Brandheißes Duell beginnt

Laschet geht mit Umfrage-Klatsche in die Kanzler-Woche - Machtoptionen für Union schwinden

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
    schließen
  • Naima Wolfsperger
    Naima Wolfsperger
    schließen

Es wird heiß im Wahlkampf zur Bundestagswahl - und auch im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union. Im „Sonntagstrend“ zeichnet sich nur noch eine mögliche Koalition ab.

Berlin - Mit Spannung wird erwartet, welchen Kanzlerkandidaten die Union ins Rennen schicken wird. Der Sonntag und eine Klausur der Unions-Fraktion haben noch keine Entscheidung gebracht - aber die größtmögliche Spannung: Sowohl CSU-Chef Markus Söder als auch der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet sind für den Posten bereit.

Kanzler-Entscheidung der Union naht - Laschet wird in der Heimat NRW abgestraft

Schon am Montag sollen Spitzen-Gremien von CDU und CSU tagen. Entscheidende Tage stehen also bevor, in die Armin Laschet mit einem Umfrage-Flop geht: In seiner Heimat Nordrhein-Westfalen sinkt laut einer neuen Erhebung die Beliebtheit des CDU-Chefs und Ministerpräsidenten rapide.

Mit der Arbeit von Laschet sind aktuell nur noch 26 Prozent der Wahlberechtigten in NRW zufrieden - das entspricht einem Minus von 34 Prozentpunkten im Vergleich zum Januar, wie der am Sonntag veröffentlichte NRW-Trend im Auftrag des WDR-Magazins „Westpol“ ergab. In der Umfrage von Infratest dimap äußerten sich 69 Prozent (plus 31 Punkte) unzufrieden mit der Arbeit Laschets. Das ist laut WDR der schlechteste Wert für Laschet im NRW-Trend seit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten 2017. Immerhin: Mehrheitlich zufrieden mit der Arbeit des Düsseldorfer Regierungschefs sind noch die CDU-Anhänger (58 Prozent). Söder konnte im März in Bayern allerdings auf deutlich bessere Werte verweisen.

Bei der Frage nach dem Kanzlerkandidaten der Union fällt der CDU-Bundeschef Laschet der Umfrage zufolge auch in der Heimat weiter hinter Söder zurück. Zwar musste Söder Einbußen hinnehmen - aktuell halten 49 Prozent der Wähler in Nordrhein-Westfalen den CSU-Chef für einen guten Kanzlerkandidaten (minus sieben Punkte). Laschets Werte hingegen sanken noch weitaus deutlicher: Nur noch 24 Prozent bewerteten den Aachener als guten Kanzlerkandidaten. Damit halbierte sich seit Januar der Rückhalt für Laschet nahezu (minus 23 Prozentpunkte). Aktuell sehen 66 Prozent der Befragten in NRW in Laschet keinen guten Kandidaten.

Bundestagswahl 2021: CDU und CSU legen in der Sonntagsfrage leicht zu - Grüne verlieren leicht

Die Gesamtpartei kann indes etwas aufatmen. Die Union legt trotz der Diskussion über die Kanzlerkandidatenfrage in der bundesweiten Wählergunst leicht zu. Im aktuellen „Sonntagstrend“ des Instituts Kantar für die Bild am Sonntag kommen CDU und CSU auf 27 Prozent, einen Punkt mehr als in der Vorwoche. Die Grünen verlieren einen Punkt und erreichen 22 Prozent.

Ebenfalls einen Punkt abgeben muss die SPD, sie kommt auf 15 Prozent. Die AfD legt um einen Punkt auf elf Prozent zu. FDP und Linke stehen unverändert bei jeweils neun Prozent, wie die Umfrage ergab.

Umfrage: Union liegt mit 27 Prozent vorn - Laut Sonntagstrend nur eine Koalition möglich

Dünner werden unterdessen die Machtoptionen für CDU und CSU. Möglich wäre rechnerisch Schwarz-Grün, nicht aber eine Fortsetzung der großen Koalition. Befragt wurden vom 31. März bis zum 7. April 1448 Menschen. Den aktuellen Zahlen zufolge hätten aber auch weder eine grün-geführte Ampelkoalition noch ein grün-rot-rotes Bündnis derzeit eine Mehrheit.

Nicht ganz unabhängig dürften die Umfragewerte für die Union aber auch von der Frage sein, wer für CDU/CSU in den Bundestagswahlkampf im Dezember ziehen soll: Söder oder Laschet?

Söder gegen Laschet: Wer wird Kanzlerkandidat von CDU/CSU? Brandheißes Duell beginnt

Die Wähler haben laut den Umfrage-Werten der Bild am Sonntag in diesem Punkt einen eindeutigen Favoriten für die Union - und der ist nicht neu. Markus Söder liegt in der Beliebtheit vor den möglichen Grünen Kanzlerkandidaten Robert Habeck und Annalena Baerbock. Auch vor Vizekanzler Olaf Scholz, der für die SPD antritt. Ein Dämpfer für Armin Laschet*, der gerade erst das Rennen um den Parteivorsitz der Union gemacht hat und in der Umfrage hinter Habeck und Baerbock liegt?

Bislang ließ sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident nicht von den Beliebtheitswerten Söders verunsichern. Er habe in NRW das Rennen um das Ministerpräsidentenamt gemacht, obwohl er zuvor in Umfragen wochenlang an zweiter Stelle gestanden habe, gibt er sich zielstrebig. Auch, dass Söder auf dem Unions-Gipfel in Berlin ganz offiziell seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur bekannt gibt, scheint den Nordrhein-Westfalen nicht zu verunsichern - und stichelt stattdessen in Richtung SPD: „Die SPD hat keinen, der es kann - wir haben zwei.“

Auch interessant

Kommentare