Wer wird Kanzlerkandidat der Union?

Söder gegen Laschet: Zwei neue Umfragen könnten K-Entscheidung jetzt massiv beeinflussen

  • Astrid Theil
    vonAstrid Theil
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Die K-Frage in der Union ist nach wie vor nicht geklärt. Nun wurden zwei Umfragen veröffentlicht, die einen entscheidenden Einfluss auf die Verhandlungen zwischen Söder (CSU) und Laschet (CDU) haben könnten.

Berlin - Bis Sonntag (18. April) soll die Kanzlerkandidatur-Frage in der Union nach wochenlangen Ringen endgültig geklärt werden. Nun haben zwei Umfragen ein Ergebnis geliefert, das bei der Entscheidungsfindung von großer Relevanz sein könnte.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar, die von Focus in Auftrag gegeben wurde und wozu ein Vorabbericht vorliegt, empfinden die Deutschen das Verhalten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Findung eines Kanzlerkandidaten als positiver als das vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Im Rahmen der Umfrage wurden 506 Teilnehmer zu dieser Thematik befragt. 48 Prozent der Befragten bewerteten das Verhalten von Markus Söder als „sehr gut“ oder „eher gut“, während es bei Armin Laschet nur 39 Prozent sind.

Umfrage: Wahlerfolg der Union von Kanzlerkandidatur abhängig

Eine weitere Umfrage hat ergeben, dass es für über 50 Prozent der Deutschen einen Unterschied für ihre Wahlentscheidung macht, ob Laschet oder Söder bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat antritt. Die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey wurde vom Business Insider in Auftrag gegeben. Wer als Kanzlerkandidat für die Union in das Rennen geht, könnte also weitgehende Auswirkungen auf den Wahlerfolg der Union insgesamt bei der Bundestagswahl haben.

Die repräsentative Umfrage hat ergeben, dass es für 51,4 Prozent der Deutschen einen Unterschied macht, ob Laschet oder Söder als Kanzlerkandidat der Union antritt. 43,1 Prozent gaben sogar an, dass das „auf jeden Fall“ einen Unterschied macht. 45,2 Prozent der Teilnehmer gaben wiederum ab, dass die Entscheidung zwischen Söder und Laschet „eher nicht“ oder „auf keinen Fall“ Einfluss auf ihre Wahlentscheidung haben wird. Unentschieden waren 3,4 Prozent der Befragten.

Rennen um die Kanzlerkandidatur: Söder liegt vor Laschet

Die Umfrage sagt jedoch nichts darüber aus, ob die Befragten Laschet oder Söder präferieren. Allerdings liegt Söder in den letzten Wochen in einigen Umfragen klar vor Laschet. So hielten laut dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend 44 Prozent der Bundesbürger und 72 Prozent der Unions-Anhänger Söder für den besseren Kanzlerkandidaten. Nur 15 Prozent der Bundesbürger und 17 Prozent der Unions-Anhänger waren der Meinung, dass Laschet für die Kandidatur besser geeignet sei. Jeder dritte Befragte gab an, dass weder Söder noch Laschet ein passender Unions-Kanzlerkandidat sei.

K-Frage zum parteiinternen Streit geworden: Entscheidung steht unmittelbar bevor

Sowohl in der Union als auch bei den Grünen hat die Frage um die Kanzlerkandidatur die wohl heißeste Phase erreicht. Laschet und Söder hatten sich darauf geeinigt, bis spätestens Sonntag die Frage zu klären, wer als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl im September für die Union antritt.

Sollten sich Söder und Laschet nicht wie angekündigt bis Sonntag entscheiden können, droht eine Kampfabstimmung am Dienstag in der Unionsfraktion des Bundestags. Laut Informationen von Business Insider sollen bereits Unterschriftensammlungen für eine entsprechende Abstimmung existieren. Die K-Frage hat sich in der Union zu einem parteiinternen Streit entwickelt.

Die Grünen wollen sich mit der Klärung der K-Frage noch einen Tag länger Zeit lassen. Die Parteivorsitzenden Annalena Baebock und Robert Habeck wollen sich bis Montag einigen, wer von beiden die Grünen in den Bundestagswahlkampf führt. (at)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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