Markus Blume (r), CSU-Generalsekretär, und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, kommen nach einer Sitzung des CSU-Vorstands zu einer Pressekonferenz.
+
Beim Parteitag am Wochenende soll Markus Söder wieder zum CSU-Vorsitzenden gewählt werden. Sein Generalsekretär Markus Blume (hinten) hält ihn für den besseren Kanzlerkandidaten.

Vor Parteitag

CSU-General Blume kanzelt Laschet ab - „Mit Söder stünden wir besser da“

Kurz vor der Bundestagswahl steckt die Union im Umfrage-Tief. CSU-Chef Markus Söder hofft auf eine Wende nach dem Parteitag am Wochenende - dort wird auch Armin Laschet erwartet.

Nürnberg - Viel Zeit bleibt der Union nicht mehr, die Umfragetrends umzukehren. Derzeit steckt sie in einem historischem Umfrage-Tief*. Bayerns Ministerpräsident hofft deshalb auf eine Trendwende nach dem CSU*-Parteitag, zu dem auch Armin Laschet eingeladen ist. Das dürfte allerdings nicht alle freuen: Der CSU-Generalsekretär hält Laschet für den falschen Kandidaten.

Bundesweit schneidet die Union in aktuellen Umfragen* derzeit schlecht ab. Auch für die CSU in Bayern sieht es nicht gerade rosig aus: Neuesten Umfragen zufolge liegt sie mittlerweile unter der 30-Prozent-Marke. Die CSU hofft nun, auf ihrem Parteitag am Freitag (10. September) und Samstag in Nürnberg ihr Tief beenden zu können. „Wenn es noch eine Chance gibt, den Trend zu brechen, dann an diesem Wochenende“, sagte Markus Söder* der Deutschen Presse-Agentur.

Armin Laschet auf CSU-Parteitag - CSU greht auf Distanz zu Laschet

Angesichts der dramatischen Umfragewerte wird der eigentliche Anlass des Parteitags fast zur Nebensache. Unter anderem ist die Neuwahl Söders zum Parteichef, sowie des gesamten Parteivorstandes geplant. Zum Abschluss des Parteitages am Samstag wird außerdem Kanzlerkandidat Armin Laschet* in Nürnberg erwartet. Doch in der CSU sind die Absetzbewegungen von Laschet mittlerweile unüberhörbar. Für Söder ist dennoch klar, dass die Union nur gemeinsam die Wahl gewinnen kann: „Es kommt jetzt nicht auf Stilnoten an. Wir müssen uns alle unterhaken.“

CSU-Generalsekretär Markus Blume sieht das wohl anders. Am Donnerstag (9. September) machte er in einem Interview mit dem Spiegel Armin Laschet für die schlechten Umfragewerte der Partei verantwortlich: „Natürlich stünden wir mit Markus Söder besser da.“ Die ungebrochen hohen Zustimmungswerte für Söder zeigten, welches Potenzial die Union habe. „Das müssen wir jetzt gemeinsam in den verbleibenden zwei Wochen heben“, so Blume.

Davon sei auch die CSU betroffen: „Es gibt bei Bundestagswahlen immer einen sehr starken Einfluss des Bundestrends. Davon können auch wir uns nicht freimachen.“ Den Vorwurf, Söder habe mit seinen Sticheleien Laschet das Leben zusätzlich schwer gemacht, nannte Blume „eine Scheinargumentation“. Für den Fall einer Kanzlerkandidatur Söders habe die CSU dem Bericht zufolge bereits entsprechende Plakate vorbereitet. „Bereit für Deutschland“ wäre der Slogan gewesen, sagte Blume dem Spiegel.

Trotz Umfragetief: Markus Söder und Angela Merkel halten weiterhin an Kanzleramt fest

Trotz der derzeitigen Situation sieht Söder aber noch Chancen auf einen Wahlsieg. Auch Kanzlerin Angela Merkel* will trotz Umfrage-Schlappe weiterhin an einer Kanzlerschaft Armin Laschets festhalten. Sie spüre, dass im Wahlkampf „wirklich gekämpft wird“, sagte Merkel nach Berichten der Nachrichtenagentur AFP bei einer Veranstaltung der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) am Donnerstag in Berlin. „Abgerechnet wird am Wahltag.“

„Dass man nach 16 Jahren nicht automatisch und ohne Anstrengung sozusagen wieder ins Kanzleramt kommt, das war jedem in der CDU und CSU klar“, sagte Merkel zu dem Umfragetief. Nach ihren Äußerungen im Bundestag am Dienstag (7. September), wo sie klar für Laschet geworben hatte, wolle sie sich „da nicht einmischen und jetzt irgendwelche Spekulationen abgeben“. Am Montag (13. September) ist Blume zu Gast im ZDF-“Vierkampf“. Wie äußert sich der Generalsekretär dabei zu Laschet?(sf) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare