Auch Karl Lauterbach im Studio

„Team Söder“ gegen „Team Laschet“: Hitzige Diskussion um Kanzlerkandidatur der Union bei „Maischberger“

  • vonDana Popp
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„Team Söder“ und „Team Laschet“ sind bei „maischberger. die Woche“ zu Gast. Themen sind die K-Frage der Union und die bundeseinheitliche Notbremse.

Update vom 15. April, 8.15 Uhr: Statt CSU-Chef und potentiellem Kanzlerkandidat Markus Söder wartete Sandra Maischberger in ihrer Sendung mit „Team Söder“ und „Team Laschet“ aka CSU-Digitalministerin Dorothee Bär und NRW-Staatssekretärin Serap Güler (CDU) auf. Beide stehen den jeweiligen Kandidaten nahe, kündigt Maischberger direkt zu Beginn an. Und macht deutlich: Es könnte spannend werden. Zu der hitzigen Debatte, wer das Rennen bei der K-Frage macht, lieferte „Maischberger“ ein paar zusätzliche Funken. Denn beim Talk ging es zwischen Bär, Güler und auch Maischberger teilweise hoch her.

„Ich bin viel mehr überrascht, weil ich nach den Worten am Sonntag von Herrn Söder schon eine etwas andere Haltung erwartet habe, nachdem das Präsidium und anschließend der gesamte Bundesvorstand der CDU sich nicht einstimmig, aber doch sehr eindeutig für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten ausgesprochen hat“, macht Serap Güler den Anfang. Darauf kontert Dorothee Bär: „Dass sich die eigenen Parteipräsidien hinter den eigenen Vorsitzenden stellen, ist klar. Aber wir bekommen natürlich auch wahnsinnnig viel Unterstützung aus der Bundestagsfraktion, aus der Bevölkerung, aus der Basis, und das kann man natürlich nicht ignorieren.“

„Maischberger“: Dorothea Bär (CSU) und Serap Güler in hitziger Diskussion um Kanzlerkandidat der Union

Gastgeberin Sandra Maischberger kommentiert Söders Vorgehen als „ein Wortbruch“. Bär grätscht direkt dazwischen und kanzelt das Statement ab mit „Überhaupt nicht“. Man müsse doch die Stimmung innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sehen. Und ergänzt: „Wir hatten gestern eine der längsten Sitzungen, die wir je hatten, und da haben sich tatsächlich zwei Drittel der Abgeordneten für Markus Söder ausgesprochen. Das kann man doch nicht ignorieren.“ Güler wiederum wirft ein, sie habe Markus Söder am Sonntag anders verstanden und verweist auf die drängende Frage des Infektionsschutzgesetzes:  „Dass sich die größte Fraktion im deutschen Bundestag stundenlang mit personellen Debatten beschäftigt, das kann sie, das darf sie, das soll sein, aber ich fand das gestern ehrlich gesagt, ich glaub wie ganz viele andere, unpassend.“ Und wirft direkt danach ein: „Ich empfinde es als Bundesvorstandsmitglied der CDU als einen Affront, dieses Gremium als Hinterzimmer abzutun.“

Das sieht CSU-Politikerin Bär anders und macht dies auch gegenüber Sandra Maischberger unmissverständlich deutlich. Söder habe gesagt „wenn die Mehrheit der CDU sich für ihn entscheidet“ und nicht, wie Maischberger anführt, die Gremien. „Man kann doch die ganzen Umfragen nicht ignorieren, wenn sich heute wieder 88 Prozent aussprechen, dass Markus Söder der bessere Kanzlerkandidat wäre“, so die Digitalministerin. Doch Maischberger hält sich an dem „verabredeten Verfahren“ fest, dass Söder am Sonntag angekündigt habe, ein Votum der CDU zu akzeptieren. Für Dorothee Bär nicht verständlich. Auch Güler hat eine klare Meinung: „Jetzt wird versucht, nicht nur von Dorothee Bär, die Aussage von Markus Söder anders darzustellen als ganz viele andere sie verstanden haben.“ Auch die „Umfrage-Logik der CSU“ erschließe sich ihr nicht, denn würde man dem folgen, „dann hätte Markus Söder 2018 als Ministerpräsident nicht nochmal antreten dürfen“. Und erinnert daran: Damals sei „Markus Söder mit Abstand der unbeliebteste Ministerpräsident“ gewesen. Lachen daraufhin von Maischberger.

Bär reagiert sofort: „Das ist jetzt Äpfel mit Birnen verglichen, denn 2018 gab es keinen anderen Ministerpräsidenten-Kandidaten. Und: Es ist eine viel zu ernste Situation, um das ganze abzutun und zu sagen: Howgh, das Präsidium hat beschlossen, und jetzt müssen alle springen.“ Deutliche Worte, sowohl vom „Team Söder“ als auch vom „Team Laschet“ bei „Maischberger“ am Mittwochabend.

Kanzlerkandidatur der Union bei Maischberger: Spaltet die K-Frage die Union?

Update vom 15. April, 6 Uhr: Wer wird Kanzlerkandidat der Union, Söder oder Laschet? Mit Spannung wird die Debatte bundesweit verfolgt. Am Mittwochabend sollte der CSU-Chef ursprünglich bei „maischberger. die Woche“ zu Gast sein. „Markus Söder konnte sein Wort leider nicht halten. Er sollte eigentlich hier sein, heute Früh hat er abgesagt“, beginnt Sandra Maischberger die Sendung.

Erstmeldung vom 14. April, 18 Uhr:

Köln - Bei „maischberger. die Woche“ sind am Mittwoch um 22:50 Uhr in der ARD, unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zu Gast. Eines der Themen wird die Kanzlerkandidaten-Frage der Union sein. Sowohl der CDU-Vorsitzende Armin Laschet, als auch CSU-Chef Markus Söder wären bereit, bei der Bundestagswahl im September für die Union als Kanzlerkandidat anzutreten. Thematisiert wird in der Talkrunde auch die bundeseinheitliche Notbremse, die in den Bundesländern und der Opposition auf Kritik stoßt. Zudem werden auch die Chancen der AfD bei der Bundestagswahl diskutiert. Die Partei hat am Wochenende auf ihrem Bundesparteitag das Programm zur Bundestagswahl verabschiedet.

Weitere Gäste sind Dorothee Bär (CSU), die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung, und Serap Güler (CDU), welche Mitglied des Bundesvorstands der Christdemokraten ist. Zudem sind noch die Initiatorin des Tübinger Corona-Modellprojekts Dr. Lisa Federle, die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl, die Hauptstadtkorrespondentin der Süddeutschen Zeitung Cerstin Gammelin und der Verleger des European und Kolumnist Wolfram Weimer Teil der Diskussionsrunde.

Bundeseinheitliche Notbremse und Kanzlerkanditaten-Frage der Union bieten viel Gesprächstoff

Die K-Frage der Union und einheitliche Maßnahmen zur Eindämmung der dritten Infektionswelle durch die Bundesregierung werden bei der Talkrunde von Sandra Maischberger sicherlich für einige Diskussionen sorgen. Vor allem, da sich auch Markus Söder und Karl Lauterbach angekündigt haben. Söder will in dem Gespräch klären, was ihn zum geeigneten Kanzlerkandidaten macht, berichtete der Weser-Kurier.

In diversen Umfragen liegt CSU-Chef Söder deutlich vor Armin Laschet, jedoch hat sich die CDU-Spitze mit breiter Mehrheit hinter eine Kanzlerkandidatur von Parteichef Laschet gestellt. Es soll sich jedoch auch mit der Frage auseinandergesetzt werden, ob die K-Frage die Union spaltet. Karl Lauterbach hingegen möchte über die geplante Bundes-Notbremse sprechen. Der SPD-Gesundheitsexperte fordert eine schnelle Umsetzung der Änderungen am Infektionsschutzgesetz. (dp)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/picture alliance

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